March 19, 2019 / 11:05 AM / in 3 months

Opposition sieht Interessenkonflikt bei möglicher Bankenfusion

FILE PHOTO: Outside view of the Deutsche Bank and the Commerzbank headquarters in Frankfurt, Germany, March 18, 2019. REUTERS/Ralph Orlowski/File Photo

Berlin/Frankfurt (Reuters) - Oppositionspolitiker kritisieren die Rolle von Finanzstaatssekretär Jörg Kukies bei einer möglichen Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank.

Wie Reuters von Insidern erfahren hatte, lässt sich die Commerzbank in den Fusionsverhandlungen von Goldman Sachs beraten - dem früheren Arbeitgeber von Kukies.

“Es ist ein Interessenkonflikt”, sagte der Linken-Abgeordnete Fabio De Masi am Dienstag und verwies auf die Staatsbeteiligung von 15 Prozent an der Commerzbank. Sein FDP-Kollege Florian Toncar nannte es “unglaublich unsensibel”, dass die Commerzbank von Goldman Sachs bei einer Fusion beraten werde, für die sich der frühere Goldman-Partner Kukies stark mache. Das erwecke den Eindruck, als hätte ein Ehemaligen-Netzwerk den Deal eingefädelt. Toncar sagte, er werde die Angelegenheit im Parlament nachverfolgen und fragen, wie Goldman Sachs zu dem Mandat komme. “Es ist wichtig, den Eindruck eines Interessenkonflikts zu vermeiden”, sagte auch der Grünen-Abgeordnete Danyal Bayaz. In der Finanzkrise 2008 seien Regierung und Finanzsektor zu sehr verflochten gewesen. Nun sei eine strenge Trennung nötig.

Ein Sprecher von Kukies betonte, es gebe keinen Interessenkonflikt. In seinen 17 Jahren bei Goldman Sachs habe Kukies ausschließlich im Handelsbereich gearbeitet, der von der für Fusionsberatungen zuständigen Abteilung strikt getrennt sei. Goldman Sachs wollte sich nicht äußern.

Reuters hatte am Montag berichtet, die Commerzbank werde bei ihren Gesprächen mit der Deutschen Bank von Goldman Sachs und der Investmentbank Rothschild beraten. Das Geldhaus arbeite weiter mit den beiden Investmentbanken zusammen, die sie bereits 2017 nach Übernahme-Avancen ausländischer Institute angeheuert hatte, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen. Wie Kukies blickt auch Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef Paul Achleitner, der gleichfalls als Befürworter einer Fusion gilt, auf eine Vergangenheit bei Goldman Sachs zurück. Bevor er im Jahr 2000 zur Allianz wechselte, war er Deutschland-Chef der US-Investmentbank.

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