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Unternehmensnachrichten

Deutsche Bank versilbert Teile ihrer Kunstsammlung

FILE PHOTO: A statue is pictured next to the logo of Germany's Deutsche Bank in Frankfurt, Germany September 30, 2016. REUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo

Frankfurt (Reuters) - Die Deutsche Bank trennt sich von rund 200 Kunstwerken.

Ausgewählt worden seien ausschließlich Objekte, die nicht zum Sammlungsschwerpunkt gehörten, teilte Deutschlands größtes Geldhaus mit. Die Kunstwerke sollen in den nächsten drei Jahren bei den Auktionshäusern Christie’s in London und Paris und Ketterer Kunst in München versteigert werden und der Bank Einnahmen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich bescheren. “Die Deutsche Bank verwendet einen signifikanten Teil der Auktionserlöse für den Ankauf von Werken aufstrebender künstlerischer Talente”, sagte Friedhelm Hütte, Leiter der Kunstaktivitäten im Bereich Kunst, Kultur und Sport. “Insgesamt wollen wir unser Programm noch stärker und sichtbarer auf die zeitgenössische Kunst fokussieren.”

Mit mehr als 55.000 Werken von Künstlern aus dem 20. und 21. Jahrhundert gehört die Kunstsammlung der Deutschen Bank zu den größten Unternehmenssammlungen der Welt. Den Sammlungsschwerpunkt bilden zeitgenössische Arbeiten auf Papier und Fotografien. Verkauft werden nun vor allem Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Druckgraphiken aus der Zeit der Klassischen Moderne des frühen 20. Jahrhunderts. Außerdem werden Gemälde und Skulpturen aus der Nachkriegsmoderne von 1945 bis in die 1970er Jahre angeboten.

In den vergangenen Jahren hat sich die Deutsche Bank, die weltweit 18.000 Jobs streicht und seit Jahren Verluste schreibt, von Tausenden Kunstobjekten getrennt. Vieles davon seien Druckgraphiken gewesen, sagte Hütte zu Reuters. Aber auch so prominente Werke wie das Triptychon “Faust” von Gerhard Richter, dessen Wert in Medienberichten auf mindestens 20 Millionen Dollar beziffert wurde, fanden einen neuen Eigentümer. Zusätzlich zu den 200 Objekten - darunter Kunstwerke von Paul Klee, Max Beckmann und Hans Hartung - will sich die Bank von weiteren hunderten Druckgraphiken trennen, wie Hütte sagte. Deren Preis liege zwischen 100 und 3000 Euro und damit deutlich unter dem Wert der Objekte, die bei Christies und Ketterer Kunst versteigert werden. “Wir haben einfach immer weniger Platz, die Kunstwerke zu präsentieren.” Die Zahl der Filialen schrumpft, die Verbreitung von Großraumbüros bedeutet weniger Wände zum Hängen von Kunst.

Zahlreiche Unternehmen haben ihre Sammlungen in den vergangenen Jahren verkleinert. So versilberte die Commerzbank 2010 die Bronzeplastik eines schreitenden Manns von Alberto Giacometti für 75 Millionen Euro. Das Kunstwerk namens “L’Homme qui marche I”, zum damaligen Zeitpunkt das teuerste Kunstwerk, das jemals bei einer Auktion versteigert wurde, war durch die Übernahme der Dresdner Bank in den Besitz der Commerzbank gelangt.

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