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Postbank-Integration beginnt - Atempause für Mitarbeiter
26. Oktober 2017 / 10:45 / in 22 Tagen

Postbank-Integration beginnt - Atempause für Mitarbeiter

Frankfurt (Reuters) - Pünktlich zur anlaufenden Integration in den Deutsche-Bank-Konzern ist der Tarifkonflikt bei der Postbank beigelegt.

A Postbank sign is seen in Munich, Germany, August 1, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

Die Beschäftigten erhalten in drei Schritten insgesamt 4,9 Prozent mehr Gehalt, wie Unternehmen und Gewerkschaften am Donnerstag mitteilten. Die Arbeitnehmervertreter konnten zwar einen verlängerten Kündigungsschutz bis Mitte 2021 erkämpfen - und dieser wird sogar auf das gesamte Privatkundengeschäft des Konzerns, also den “gelben” und den “blauen” Teil der Bank - ausgeweitet. Der im Zuge der Vollintegraton geplante Stellenabbau ist damit aber nicht vom Tisch, im Gegenteil: Die Gespräche dazu sollen Insidern zufolge in Kürze anlaufen. Die Deutsche Bank muss dann aber verstärkt auf einvernehmliche Lösungen setzen und den Mitarbeitern Abfindungsangebote machen.

Die Gewerkschaften zeigten sich dennoch erleichtert. “Mit diesem Paket ist es gelungen, die Beschäftigten in wesentlichen Punkten abzusichern und die Grundlage für eine sozialverträgliche Integration beider Banken zu schaffen”, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jan Duscheck. Stephan Szukalski, Bundesvorsitzender des Deutschen Bankangestellten-Verbandes DBV erklärte: “Ich glaube, dass mit der Gesamteinigung Planungssicherheit für beide Seiten, Mitarbeiter wie Bank, besteht.”

Nach Konzernangaben gilt der Lohntarifvertrag für sämtliche rund 12.000 Tarifbeschäftigte bei der Postbank. Inklusive Beamten und außertariflichen Beschäftigten arbeiten bei dem Bonner Institut 17.000 Menschen. In der Privat- und Firmenkundensparte der Deutschen Bank sind es weitere 13.000 Mitarbeiter.

NEUER ANLAUF

Die Deutsche Bank hatte zu Jahresbeginn ihre Verkaufspläne für die Postbank begraben und stattdessen beschlossen, die Tochter voll und ganz ins eigene Privatkundengeschäft zu integrieren. Ähnliche Versuche hatte es in der Vergangenheit schon einmal gegeben - allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Nun soll alles besser werden. Das kostet allerdings noch einmal viel Geld: insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Umgekehrt will Deutsche-Bank-Chef Cryan will ab 2022 jährliche Synergien von rund 900 Millionen Euro heben.

Um dieses Ziel zu erreichen, werden etliche Jobs wegfallen und noch mehr Filialen dichtgemacht - wieviele verriet die Bank noch nicht. Die Gewerkschaften hatten in der Vergangenheit vor einem regelrechten Kahlschlag gewarnt, insbesondere in der Verwaltung. Jetzt einigten sie sich mit dem Management auf ein Eckpunktepapier zum sozialverträglichen Stellenabbau. Diese Einigung gebe der Bank die nötige Flexibilität, “die Häuser nun zügig zusammenzuführen, die notwendigen Anpassungen umzusetzen und damit etwas Neues zu schaffen”, lobte Postbank-Chef Frank Strauß, der seit kurzem auch im Deutsche-Bank-Vorstand sitzt.

Der weitere Fahrplan für die neue “Deutsche Privat- und Firmenkundenbank”: Es wird eine gemeinsame Zentrale, aber weiterhin zwei Marken geben. Die rechtliche Verschmelzung beider Einheiten soll spätestens Ende des zweiten Quartals, also Mitte kommenden Jahres, abgeschlossen werden. Dann entsteht die für sich genommen fünftgrößte deutsche Bank - mit mehr als 20 Millionen Privat- und Firmenkunden. Cryan will damit vor allem der Commerzbank Paroli bieten. Ende 2018 soll zudem eine neue Digitalbank an den Start gehen, die auf dem Angebot der Norisbank aufbaut.

Die Partnerschaft mit der Deutschen Post verlängerte die Postbank über das Jahr 2020 hinaus für weitere fünf Jahre. Die Postbank bietet in ihren rund 1000 Filialen Postdienstleistungen an. Im Gegenzug können Postbank-Kunden in ausgewählten Post-Partner-Filialen Finanzdienstleistungen der Postbank nutzen.

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