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Deutsche Bank poliert Vermögensverwaltung für Börsengang auf
December 5, 2017 / 9:23 AM / 9 days ago

Deutsche Bank poliert Vermögensverwaltung für Börsengang auf

Frankfurt/London (Reuters) - Die Deutsche Bank macht ihre Vermögensverwaltung hübsch für den 2018 geplanten Börsengang.

A statue is pictured next to the logo of Germany's Deutsche Bank in Frankfurt, Germany September 30, 2016. REUTERS/Kai Pfaffenbach/File Photo

Dazu benennt das größte deutsche Geldhaus den als Deutsche Asset Management firmierenden Unternehmensteil um und gibt ihm eine neue Rechtsform, um sich langfristig Einfluss zu sichern. Von Investorenseite kam deshalb Kritik. Die milliardenschwere Aktienplatzierung ist ein zentraler Baustein in der Strategie von Deutsche-Bank-Chef John Cryan, der den Konzern schlagkräftiger machen will.

Wie das Institut am Dienstag auf einem Investorentag in London mitteilte, soll die Vermögensverwaltung noch vor dem Börsengang in DWS umgetauft werden. Bislang traten nur die Publikumsfonds für Privatkunden unter diesem Namen an. “Unsere neue globale Marke DWS baut auf unseren über 60 Jahre zurückreichenden Wurzeln im deutschen Markt auf, und einem Namen, der in unserer Branche weltweit Anklang findet”, erklärte Nicolas Moreau, der die Vermögensverwaltung auch nach dem im ersten Halbjahr 2018 erwarteten Börsengang leiten wird.

Analysten bewerten die gesamte Vermögensverwaltung bislang mit rund acht Milliarden Euro - die Deutsche Bank dürfte rund ein Viertel der Anteile an die Börse bringen. Vor dem Börsendebüt wird allerdings noch die Rechtsform der Sparte geändert: Sie ist künftig eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (GmbH & Co. KGaA) mit dem Kommanditisten Deutsche Bank und einer Gesellschaft unter Leitung von Moreau als Komplementär. Diese Struktur soll spätestens Ende des ersten Quartals 2018 stehen.

EINFLUSS GESICHERT

Mit dieser Umwandlung sichert die Deutsche Bank ihren Einfluss auf die Strategie und wichtige Personalentscheidungen. Das gilt auch für den Fall, dass ihr Anteil unter 75 Prozent sinkt. Fällt der Anteil der Bank unter eine noch nicht näher spezifizierte Schwelle - 50 Prozent erscheinen realistisch - wird die KGaA automatisch in eine normale Aktiengesellschaft umgewandelt. Eine KGaA wird von Unternehmen benutzt, um ihnen Durchgriff zu sichern. Hierzulande sind zum Beispiel der Waschmittelhersteller Henkel oder der Chemie- und Pharmakonzern Merck als KGaA organisiert.

Ingo Speich von der Fondsgesellschaft Union Investment, einem der größeren Aktionäre der Deutschen Bank, sieht die gewählte Rechtsform kritisch: “Die KGaA-Struktur erhöht die Komplexität und könnte zu einem Abschlag bei der Bewertung führen.” Auch vom Seiten eines anderen großen Anteilseigners kam Kritik: “Die Deutsche Bank wird dafür bezahlen müssen, dass sie durch diese Struktur unter allen Umständen die Kontrolle behält. Da kann man schon einen Bewertungsabschlag von fünf bis zehn Prozent erwarten.”

Die Deutsche Asset Management verwaltet knapp 700 Milliarden Euro sowohl von Privatkunden als auch institutionellen Kunden wie Versicherungen, Staatsfonds und Pensionskassen. Schwerpunkt des Geschäfts sind Deutschland und Europa, gut ein Drittel des verwalteten Geldes stammen aus Amerika und dem asiatisch-pazifischen Raum. Etwa 900 der weltweit 3800 Mitarbeiter kümmern sich direkt um die rund 600 geschlossenen und offenen Fonds. Die Deutsche Asset Management ist mit der Marke DWS Marktführer bei deutschen Privatkunden und Nummer vier in Europa. Mehr als die Hälfte des Geschäfts macht sie aber mit Profiinvestoren. 2016 lieferte die Sparte einen Vorsteuergewinn von 700 Millionen Euro ab, während der Konzern einen Milliardenverlust verbuchte.

WACHSTUMSSTORY

Moreau, der vor gut einem Jahr zur Deutschen Bank kam, peilt eine Ausweitung des verwalteten Vermögens um drei bis fünf Prozent pro Jahr an. Als die Deutsche Bank im Herbst 2016 wegen der Androhung einer hohen Strafe in den USA ins Schlingern geriet, entzogen viele Kunden dem Institut ihr Vertrauen und ihr Geld - im gesamten vergangenen Jahr sank das verwaltete Vermögen um 5,5 Prozent.

Potenzielle Aktionäre will der 52-jährige Franzose mit einer satten Dividende locken und jährlich 65 bis 75 Prozent des Nettoergebnisses ausschütten. Die neuen Aktien sieht Moreau auch als Währung für mögliche Zukäufe. Dabei zielt er aber nicht auf große Übernahmen, sondern auf kleine, ausgewählte Ergänzungen - etwa bei Immobilienfonds und alternativen Anlageformen. “Ich werde nicht mit meinem Scheckbuch um die Welt reisen.” Zum anvisierten Zeitplan des Börsengangs und zur Bewertung der Vermögensverwaltung machte die Deutsche Bank keine Angaben.

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