December 10, 2011 / 10:58 AM / 7 years ago

Deutsche-Börse-Chef will Fusion mit Nyse nicht um jeden Preis

Reto Francioni, CEO of German Stock Exchange Deutsche Boerse holds his speech during the 14th Euro Finance Week in Frankfurt November 14, 2011. REUTERS/Alex Domanski (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Deutsche-Börse-Chef Reto Francioni will die Mega-Fusion mit der New Yorker Nyse nicht ohne Rücksicht auf Verluste durchziehen.

Im Poker um die Zustimmung der EU-Kommission zu dem neun Milliarden Dollar schweren Zusammenschluss werde er keine zu harten Auflagen akzeptieren, machte Francioni in einem Interview mit der “Frankfurter Rundschau” und der “Berliner Zeitung” (Samstagausgaben) deutlich. “Grundsätzlich verläuft die rote Linie dort, wo die Fusion durch die Auflagen unattraktiv wird”, sagte der Vorstandschef. “Wenn die Bedingung für die Genehmigung wäre, eine der beiden Terminbörsen, Eurex oder Liffe, zu verkaufen, dann würden signifikante Vorteile der Fusion fehlen.”

Reuters hatte am Mittwoch exklusiv erfahren, dass die Börse weitergehende Zugeständnisse prüft, um aus Brüssel grünes Licht für die Fusion mit der Nyse zu bekommen. Insidern zufolge erwägt die Börse den EU-Wettbewerbshütern anzubieten, diverse Derivate-Geschäfte abzuspalten und daraus einen neuen, eigenständigen Konkurrenten zu bilden. Das könnte für mehr Wettbewerb sorgen und die EU-Kommission milde stimmen, so das Kalkül des Konzerns. Francioni wollte sich dazu im Zeitungs-Interview nicht äußern. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, die Bedenken der EU gegen die Fusion ausräumen zu können. “Ich glaube nicht, dass unsere Argumente nicht überzeugen können.”

Wettbewerbshütern und Konkurrenten stößt vor allem die dominierende Rolle der Deutsche-Börse-Tochter Eurex und der zu Nyse gehörenden Londoner Derivatebörse Liffe auf, die im Derivatehandel an europäischen Börsen zusammen auf einen Marktanteil von über 90 Prozent kommen würden. “Ich teile die Sorgen überhaupt nicht, denn die Definition vom relevanten Markt ist eine weltweite”, sagte Francioni. “Sie müssen auf den gesamten Markt für Derivate blicken, also auf den regulierten, der über Börsen läuft, und auf den viel größeren unregulierten Bereich, auch OTC-Markt genannt. Hier findet der Wettbewerb statt.” In Europa hätte die neue Super-Börse laut Francioni in diesem Segment gerade einmal einen Marktanteil von 15 Prozent, weltweit wären es weniger als vier Prozent.

Francioni steht bei den Verhandlungen von zwei Seiten unter Druck. Auf der einen Seite muss er der Kommission möglicherweise weitere Zugeständnisse machen, um den Zusammenschluss genehmigt zu bekommen. Auf der anderen Seite gibt es Insidern zufolge innerhalb des Frankfurter Konzerns Sorgen, Francioni werde zu hohe Auflagen akzeptieren und somit die Ertragschancen des fusionierten Konzerns zu stark einschränken.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below