May 8, 2018 / 11:19 AM / 2 months ago

Post könnte nach Gewinneinbruch in Paket-Sparte Preise erhöhen

Düsseldorf (Reuters) - Die Deutsche Post prüft nach einem Gewinnrückgang in ihrem Brief- und Paketgeschäft höhere Preise für Inlandssendungen.

Frank Appel, Chief Executive Officer of German postal and logistics group Deutsche Post DHL removes his glasses during the company's annual news conference in Bonn, Germany March 7, 2018. REUTERS/Wolfgang Rattay

Bei den Paketpreisen seien aber noch keine endgültigen Entscheidungen gefallen, sagte Konzernchef Frank Appel am Dienstag vor Analysten in London. Beim Briefporto könnte der Konzern ab 2019 wieder an der Preisschraube drehen - Appel plädiert für einen einzigen Schritt anstelle vieler kleinerer Erhöhungen. Zudem will Appel in der Sparte auf die Kostenbremse treten. Denn der Post-Chef hat sich für 2018 und 2020 ehrgeizige Gewinnziele gesetzt. Ohne eine Besserung im wichtigen Paket-Geschäft könnten diese wackeln. Der Gewinnrückgang in der Sparte hatte den Konzern im ersten Quartal gebremst. Die Post verfehlte die Analysten-Erwartungen, die Aktie Gelb knickte ein und war mit einem Minus von über sechs Prozent größter Verlierer im Dax.

Die Brief- und Paketsparte war einst das große Sorgenkind des Konzerns, denn das Briefgeschäft schrumpfte durch den Siegeszug der E-Mail und anderer elektronischer Kommunikationswege jedes Jahr. Doch der boomende Online-Handel verlieh dem Paket-Geschäft Flügel und kurbelte den Umsatz an, die Post eilte hier von Rekord zu Rekord. Doch nun holen alte Probleme Appel ein. Er steht selbst für eine Übergangszeit an der Spitze der Sparte, der frühere Paket-Chef Jürgen Gerdes soll sich im Konzern Zukunftsthemen rund um den Elektrotransporter StreetScooter widmen. In Gerdes alter Sparte wuchsen die Kosten zu Jahresbeginn schneller als die Umsätze, musste Appel nun feststellen. Denn die Beschäftigten verdienen dank eines Tarifvertrags mit der Gewerkschaft Verdi seit vergangenem Oktober weitere 1,7 Prozent mehr, in diesem Oktober kommen noch einmal drei Prozent dazu. Zudem wütete die Grippewelle in Deutschland im Winter auch bei der Post, hohe Krankenstände führten zu Zusatzkosten. Zudem steigen auch die Frachtraten und die Post investierte kräftig.

Appel will nun das Ruder herumreißen: Er will die Automatisierung in der Sparte vorantreiben und die Produktivität steigern. Auf der anderen Seite könnten auch höhere Preise helfen. Der Post-Chef suchte die Anleger zudem zu beruhigen: Die Sparte habe keine Schwierigkeiten durch plötzliche Umwälzungen am Markt - vielmehr hätten die Probleme interne Ursachen. Und es gebe genug Möglichkeiten, um diese zu lösen. Denn die Umsätze stiegen weiter, das Paketgeschäft in Deutschland werde um fünf mehr als bis sieben Prozent im Jahr wachsen. Die Post expandiert hier zudem in Europa und Asien. Immer mehr Verbraucher bestellen bei Online-Shops von Amazon bis Zalando, die Post stellt die Pakete dann zu. Auch die Konkurrenz profitiert von dem Boom: Der US-Riese FedEx hatte im vergangenen Quartal einen Gewinnsprung verbucht. UPS hatte ebenfalls Anstiege von Umsatz und Ertrag vermeldet.

Im Konzern stieg das operative Ergebnis (Ebit) im Quartal insgesamt um 2,3 Prozent auf 905 Millionen Euro, wie Appel mitteilte. Grund war das florierende Express-Geschäft, hier legte der operative Ertrag um 16,4 Prozent zu. Probleme gab es unter anderem aber auch im Logistik-Geschäft. Die Post konnte in Großbritannien nicht ausreichend Hühnchenfleisch für den Kunden KFC ausliefern, der musste Filialen vorübergehend schließen. Der Konzern blieb damit insgesamt deutlich unter den Erwartungen des Marktes.

Seine Jahresprognose bekräftigte Appel: 2018 soll der operative Gewinn auf rund 4,15 Milliarden Euro steigen - nach rund 3,7 Milliarden Euro im Jahr zuvor. Für 2020 sieht die Mittelfristplanung dann fünf Milliarden Euro vor.

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