June 18, 2012 / 3:23 PM / 7 years ago

Banker halten britischen Mobilfunk-Deal für unwahrscheinlich

Frankfurt (Reuters) - Eine Übernahme des britischen Mobilfunk-Marktführers Everything Everywhere durch seinen Ex-Chef hat Analysten und Bankern zufolge kaum Aussicht auf Erfolg.

Tom Alexander, der die Leitung des gemeinschaftlich von der Deutschen Telekom und France Telecom betriebenen Unternehmens vor einem Jahr abgab, habe vor sechs Monaten Finanzinvestoren angesprochen, um ein acht Milliarden Pfund schweres Kaufangebot für Everything Everywhere auf die Beine zu stellen, sagten Investmentbanker. Die Firmen, darunter KKR, CVC and Providence, hätten aber nicht mitziehen wollen. “Die Lage an den Finanzmärkten ist mittlerweile noch schlechter, weshalb die Idee einer kreditfinanzierten Übernahme dieser Größenordnung absurd ist”, sagte einer der Banker.

Britische Zeitungen hatten in der Vorwoche berichtet, dass der frühere Firmenchef hinter einer Überraschungsofferte für Everything Everywhere steht. Die letzten Details des Angebots dürften in den nächsten sechs Wochen ausgearbeitet werden.

Der Preis dürfte für die Deutsche Telekom und France Telecom kaum verlockend seien, erläuterte Paul Marsch, Analyst bei der Bank Berenberg, am Montag. Acht Milliarden Pfund beziehungsweise 9,8 Milliarden Euro seien weit weniger als die 12,8 Milliarden Euro, die das Unternehmen nach Berechnungen der Bank wert sei.

Nach Aussagen eines anderen Bankers ist es zudem immens schwierig, drei bis vier Private-Equity-Firmen mit ihren unterschiedlichen Strategien für eine gemeinsame Offerte unter einen Hut zu kriegen. “Man müsste die Beteiligungsunternehmen dazu bringen, 500 Millionen bis zu einer Milliarde Pfund aufzubringen. Angesichts der derzeitigen Marktsituation sehe ich das nicht kommen.”

Ein Sprecher der Deutschen Telekom sagte, das Joint-Venture werde als sehr erfolgreich angesehen. Auf der Hauptversammlung im Mai hatte der Dax-Konzern erklärte, an der Partnerschaft festhalten zu wollen. France Telecom habe keine Offerte von einem Dritten für das Geschäft erhalten und auch nicht dazu eingeladen, sagte ein Konzernsprecher.

Die beiden Telefonriesen hatten ihre britischen Mobilfunktöchter 2010 zusammengelegt, um die Kosten zu drücken. Everything Everywhere hat 27 Millionen Kunden.

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