November 18, 2019 / 2:02 PM / 19 days ago

Führungswechsel bei T-Mobile US - Erfolgsverwöhnter Chef geht

A T-Mobile store is pictured in the Manhattan borough of New York, New York, U.S., May 20, 2019. REUTERS/Carlo Allegri

Düsseldorf (Reuters) - Die auf einen Zusammenschluss mit dem Rivalen Sprint zusteuernde Telekom-Tochter T-Mobile US bekommt einen neuen Chef.

Mike Sievert solle zum 1. Mai 2020 als Nachfolger von John Legere an die Spitze des US-Unternehmen wechseln, teilte die Telekom am Montag mit. Legere, der T-Mobile US auf die Erfolgsspur geführt hatte, bleibe aber Mitglied des Board of Directors. Der Manager betonte, Sievert sei die richtige Wahl. Er wolle nun für einen reibungslosen Übergang sorgen und den Zusammenschluss mit Sprint in trockene Tücher bringen. Der Führungswechsel sei “Teil einer langfristig geplanten Nachfolgeregelung an der Spitze von T-Mobile”, unterstrich auch die Telekom. Aktien von T-Mobile US gaben vorbörslich nach.

Legere hatte T-Mobile US auf die Erfolgsspur geführt. Der 2012 angetretene Legere, der bei öffentlichen Auftritten stets ein magentafarbenes T-Mobile-Hemd unter der schwarzen Lederjacke trägt, hatte der einst kriselnden US-Tochter neue Tarife verordnet und war zur Symbolfigur des Wandels geworden. Legere ging Konkurrenten auch verbal hart an. Legendär ist sein Versuch, sich auf eine Party des Rivalen AT&T zu schleichen, weil sein Lieblings-Rapper dort spielte. Er wurde an die Luft gesetzt - die Presse berichtete darüber. Bis heute zieht er auf Twitter gerne über die Konkurrenz her.

“Ich habe höchsten Respekt vor Johns Leistung als Manager und bin ihm als Freund sehr dankbar für die gemeinsame Zeit”, teilte Telekom-Chef Tim Höttges mit. Legere wolle sich in seinen letzten Monaten an der Spitze von T-Mobile US auf den Abschluss Sprint-Transaktion konzentrieren. Durch den Zusammenschluss soll ein Konzern entstehen, der auf rund 130 Millionen Kunden und einen Jahresumsatz von rund 76 Milliarden Dollar kommt. Höttges hatte für die Fusion als großen Wurf geworben. In trockenen Tüchern ist das Projekt aber noch nicht, denn mehrere US-Bundesstaaten klagen vor einem Bundesgericht in New York dagegen. Sie befürchten, dass eine Fusion der Nummern drei und vier des US-Mobilfunkmarktes die Preise in die Höhe treiben würde.

Legeres Erfolge hatten aber auch Begehrlichkeiten geweckt. Zuletzt war er mit dem angeschlagenen US-Büroplatzvermieter WeWork in Verbindung gebracht worden. Er werde T-Mobile US aber nicht so bald verlassen und bis zum 30. April Chef bleiben, versicherte Legere nun. Und über die Führung von WeWork habe es keine Gespräche gegeben.

Der ehemalige Microsoft- und AT&T-Manager Sievert kam 2012 zu T-Mobile US. Er ist in der Führungsspitze der Telekom-Tochter unter anderem verantwortlich für Marketing und Produktentwicklung. Er habe großes Vertrauen in Sievert, erklärte Legere. Dieser sei “bestens darauf vorbereitet, T-Mobile in die Zukunft zu führen”.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below