February 22, 2018 / 6:15 AM / 7 months ago

US-Steuerreform schiebt Telekom-Gewinn an - Höhere Dividende

Bonn (Reuters) - Die US-Steuerreform hat der Deutschen Telekom im vergangenen Jahr zu einem Gewinnsprung verholfen.

Deutsche Telekom logo is seen during preparations at the CeBit computer fair, which will open its doors to the public on March 20, at the fairground in Hanover, Germany, March 18, 2017. REUTERS/Fabian Bimmer

Der bereinigte Überschuss kletterte um fast 47 Prozent auf 6,04 Milliarden Euro, wie der Bonner Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Dem Telekomriesen half dabei ein Einmaleffekt in Höhe von 1,7 Milliarden Euro durch die Unternehmenssteuerreform in den USA, die der US-Tochter T-Mobile US zugutekam.

Beim bereinigten Betriebsergebnis (Ebitda) landete die Telekom mit einem Plus von 3,8 Prozent auf 22,45 Milliarden Euro allerdings nur im Rahmen ihrer eigenen Prognose von rund 22,4 bis 22,5 Milliarden Euro. Während es in den USA und auch in Deutschland rund lief, schwächelte beim Ergebnis weiterhin das Europageschäft sowie die Großkundensparte T-Systems. Diese hatte der Telekom im Vorquartal aufgrund fehlender Aufträge bereits eine Milliarden-Abschreibung eingebrockt. Der neue Spartenchef Adel Al-Saleh soll nun möglichst schnell das Ruder herumreißen und hat bereits eine Aufspaltung des Geschäfts ins Gespräch gebracht.

TELEKOM WILL 2018 BEIM BETRIEBSGEWINN STÄRKER ZULEGEN

Für das laufende Jahr peilt die Telekom bereinigt ein Plus des Ebitda von vier Prozent auf rund 23,2 Milliarden Euro an und will damit etwas stärker zulegen als 2017. Die Umsätze sollen demnach leicht steigen. Im vergangenen Jahr kam das Bonner Unternehmen hier auf einen Zuwachs von 2,5 Prozent auf 74,9 Milliarden Euro, was knapp unter den Erwartungen der Analysten lag. Konzernchef Timotheus Höttges, dessen Vertrag erst am Mittwoch um fünf Jahre verlängert worden war, kündigte an, die Dividende zum dritten Mal in Folge auf nunmehr 65 Cent je Aktie zu erhöhen: “Auch unsere Aktionäre sollen von unseren Erfolgen profitieren.” Das dürfte auch den Bund freuen, der mit 32 Prozent größter Aktionär des früheren Staatsunternehmens ist.

Im vergangenen Jahr schraubte die Telekom ihre Investitionen mit insgesamt 12,1 Milliarden Euro deutlich in die Höhe, um in erster Linie ihre Netze auszubauen. Deutschland liegt bei der Glasfaserversorgung weiterhin auf den hinteren Rängen. Laut Europas größtem Mobilfunkkonzern stieg die Zahl der glasfaserbasierten Anschlüsse 2017 um 41 Prozent auf 9,6 Millionen.

NEUER FOKUS AUF EUROPA

Erstmals seit langer Zeit konnte das Europageschäft im vergangenen Jahr wieder den Umsatz steigern, wenn auch nur leicht um 1,2 Prozent. Auf dem Heimatkontinent setzt die Telekom verstärkt darauf, Mobilfunk- und Festnetzangebote aus einer Hand anzubieten. Dafür stemmte sie unlängst in Österreich den Kauf der Sparte UPC Austria vom Kabelnetzbetreiber Liberty Global für rund 1,8 Milliarden Euro und holte sich in den Niederlanden mit dem Tele2-Kauf ebenfalls Festnetz ins Haus.

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