February 18, 2018 / 11:23 AM / in 4 months

STICHWORT-Instrumente gegen dicke Luft in den Städten

(Reuters) - Schadstoffe in der Stadtluft können nur sinken, wenn viele Hebel für weniger und umweltfreundlicheren Verkehr in Bewegung gesetzt werden.

A motor mechanic measures exhaust emissions in a diesel-engined car in Eichenau, Germany July 28, 2017. REUTERS/Michaela Rehle

“Wir wollen Fahrverbote vermeiden und die Luftreinhaltung verbessern”, hat sich die nächste Bundesregierung vorgenommen. Nachfolgend ein Überblick zu Lösungsansätzen vom Fahrverbot bis zum Radwegeausbau:

FAHRVERBOTE: Kraftfahrzeuge mit hohem Ausstoß von Stickoxid dürften dann, je nach Ausgestaltung, zu bestimmten Zeiten auf bestimmten Strecken oder permanent im ganzen Stadtgebiet nicht fahren. Auch Baumaschinen könnten eingeschlossen werden. Bestimmte Gruppen wie Lieferverkehr, Handwerker oder Rettungs- und Pflegedienste müssten davon ausgenommen werden. Nach dem Konzept einer Blauen Plakette, wie es die grün-schwarze Landesregierung Baden-Württembergs favorisiert, dürften nur noch emissionsarme Diesel-Fahrzeuge, welche zumindest die seit 2014 geltende Abgasnorm Euro 6 einhalten, in Städten fahren. Ein Kriterium könnten auch die Kfz-Kennzeichen sein: An einem Tag haben nur die mit gerader, am anderen die mit ungerader Autonummer freie Fahrt.

UMSTIEG AUF ELEKTROAUTOS: Besonders wirksam wäre es, wenn ganze Flotten - also der Fuhrpark des öffentlichen Dienstes einschließlich Nahverkehr, Taxiflotten, Liefer- oder Pflegedienste sowie Car-Sharing-Autos - nach und nach auf Elektroautos umgestellt würden. Voraussetzung ist neben der Finanzierbarkeit ein dichtes Netz von Ladestellen. Vom Bund gibt es Fördermittel aus dem Ende 2017 beschlossenen “Sofortprogramm für saubere Luft”, das bisher eine Milliarde Euro für die Kommunen vorsieht und noch aufgestockt werden soll. Autokäufern soll die 2014 eingeführte Förderprämie für Elektroautos einen Kaufanreiz geben. Die Kaufprämie soll erhöht werden, damit sie auch für gewerbliche Kunden wie Taxibetriebe und Lieferdienste interessant wird. Länder und Kommunen sollen außerdem das Recht bekommen, dem gewerblichen Personentransport Emissionsgrenzwerte für seine Fahrzeuge vorzuschreiben.

VERKEHRSMANAGEMENT: Abgestimmte Ampel- und Temposteuerung für Grüne Wellen könnten den Stop-and-Go-Verkehr eindämmen. Parkplatzsuchverkehr könnte durch Parkraummanagement mit Bewohnerparkzonen und Gebührenpflicht und mit Software zum Orten freier Plätze verringert werden. Mehr Menschen könnten durch den Ausbau von Radwegen und sichere Abstellmöglichkeiten aufs Zweirad gelockt werden. Bestimmte Strecken könnten für Fahrzeuge mit mehreren Insassen reserviert werden, um Fahrgemeinschaften zu fördern. Auch könnten unterschiedliche Anfangszeiten von Schulen, Universitäten, Behörden und Firmen den Berufsverkehr entzerren.

ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL: Bus- und Bahnverbindungen sollen verbessert oder ausgebaut werden, zum Beispiel um Expressbuslinien. Es könnten auch mehr Park-und-Ride-Plätze zum Kombinieren von Auto- und Bahnfahren geschaffen werden. Die Bundesregierung hat einen Pilotversuch angekündigt, in fünf Städten den öffentlichen Nahverkehr kostenlos anzubieten.

PKW-NACHRÜSTUNG: Die Autoindustrie hat sich auf dem ersten Diesel-Gipfel im vergangenen Jahr bereit erklärt, ältere Diesel-Autos auf eigene Kosten per Software-Update sauberer zu machen. Umstritten ist seither, ob auch ein technisch aufwendigerer und kostspieligerer Umbau der Motoren kommen soll. Die Hersteller halten den Aufwand für zu groß und argumentieren, das Problem erledige sich in einigen Jahren von selbst, wenn alte Diesel aus dem Verkehr verschwinden. Die nächste Bundesregierung will im Laufe des Jahres entscheiden, ob eine Hardware-Nachrüstung älterer Pkw verpflichtend wird.

DIESEL-ABWRACKPRÄMIE: Alle großen Autobauer bieten seit dem vergangenen Jahr den Besitzern älterer Diesel-Pkw Rabatt für Neuwagen an.

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