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Wirtschaftsnachrichten

DIHK - Drei Viertel der Außenhändler leiden unter Corona-Folgen

Cars intended for export wait at the port for loading, as the spread of the coronavirus disease (COVID-19) continues in Bremerhaven, Germany, April 24, 2020. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Der Corona-Krise setzt der Mehrzahl der deutschen Außenhändler zu.

Mehr als drei Viertel der außenwirtschaftlich aktiven Unternehmen spüren negative Auswirkungen der Pandemie auf die eigenen Geschäfte, geht aus dem am Donnerstag veröffentlichten Außenwirtschaftsbericht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) hervor. Ihnen machen etwa Reiseeinschränkungen, Grenzschließungen und Quarantänebestimmungen zu schaffen. Die sogenannten Carnets – zeitlich befristete Reisepässe für Waren – gingen im zweiten Quartal um 73 Prozent zurück.

“Der Corona-bedingte Einbruch im Welthandel hinterlässt tiefe Spuren bei den Warenexporten deutscher Unternehmen”, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. “Angesichts globaler Reisewarnungen und Exportbeschränkungen werden die Unternehmen einen langen Atem brauchen, um wieder das Vorkrisenniveau zu erreichen.” Noch im Jahr 2019 hatte die Zahl der ausgestellten Ursprungszeugnisse, mit denen sich Zölle vermeiden lassen, bei einem Rekordwert von 1,5 Millionen gelegen.

Die Statistiken haben dem DIHK zufolge eine hohe Aussagekraft über internationale Lieferketten und die Lage der global vernetzten deutschen Wirtschaft. “Warenreisepässe und Ursprungszeugnisse sind das Fieberthermometer des Welthandels”, erläuterte Treier. “Hier spiegeln sich Handelskonflikte, Zölle und Sanktionsregime genauso wider wie die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie.”

In der Corona-Krise werden immer mehr Ursprungszeugnisse digital beantragt und ausgestellt – online vom Betriebsgelände oder vom Homeoffice aus. “Im Juni lag die Quote elektronischer Ursprungszeugnisse schon bei 63 Prozent – so viel wie noch nie”, sagte der DIHK-Außenwirtschaftschef. “Den Unternehmen spart das Zeit und Geld – und ermöglicht gerade unter Lockdown-Bedingungen eine flexible Handhabe bei Exporten.” Bereits 2019 habe der Anteil elektronischer Ursprungszeugnisse einen neuen Höchststand von mehr als 45 Prozent erreicht. Die Digitalisierung federe einen Teil des bürokratischen Mehraufwands bei internationalen Handelsgeschäften ab.

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