May 9, 2012 / 12:47 PM / in 8 years

Buchhandelskette Thalia reißt Douglas in die roten Zahlen

Düsseldorf (Reuters) - Die Sanierung der Buchhandelskette Thalia hat den Handelskonzern Douglas im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2011/12 tief in die Verlustzone gerissen.

Die unter der Konkurrenz von Internethändlern wie Amazon leidende Kette dürfte auch das Jahresergebnis belasten, wie Douglas am Mittwoch erklärte. Die Anteilseigner des Konzerns mit seinen Parfümerien, Juweliergeschäften und Süßwaren-Läden müssten deshalb voraussichtlich auf eine Dividende verzichten. Hauptaktionäre sind der Oetker-Konzern, die Douglas-Manager Jörn und Henning Kreke und der Drogerieunternehmer Erwin Müller, der seinen Anteil von zuletzt elf Prozent ausbauen will damit für Aufregung bei Douglas sorgt.

Restrukturierungsaufwendungen für die Buchhandelskette in Höhe von 165,1 Millionen Euro sorgten dafür, dass Douglas von Oktober bis März vor Steuern einen Verlust von 45,4 Millionen Euro schrieb - ein Jahr zuvor war es noch ein Gewinn von 121,4 Millionen. Unter dem Strich blieb ein Minus von 63,3 Millionen Euro. “Die anhaltende Umsatzverschiebung aus dem stationären Handel ins Internet sowie die zunehmende Bedeutung von eBooks stellen Thalia - wie die gesamte Buchbranche - vor große Herausforderungen”, räumte Douglas ein. Konzernchef Henning Kreke will die Kette auf Kurs bringen, in dem er Filialen verkleinert oder schließt und die Läden besser mit dem Online-Geschäft verzahnt.

Im gesamten Geschäftsjahr erwartet der Konzern zwar weiter ein leichtes Umsatzplus auf rund 3,4 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) wird nun aber “am unteren Ende” der bisher angepeilten Spanne zwischen 200 und 250 Millionen Euro erwartet. Im vergangenen Geschäftsjahr 2010/11 belief sich das Ebitda auf rund 293 Millionen Euro. Im Halbjahr lag es bei 143,7 Millionen Euro.

Die im Nebenwerteindex MDax notierte Aktie verlor mit 1,3 Prozent etwas stärker als der Markt - die Belastungen durch Thalia hatten sich bereits abgezeichnet.

Neben den Halbjahreszahlen wies der Konzern auch Sieben-Monats-Zahlen aus, die das Ostergeschäft umfassen: Während die Umsätze von Thalia im Zeitraum Oktober bis April erneut nachgaben, legte das Flaggschiff des Konzerns, die Douglas-Parfümerien, um 2,2 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro zu. Vor allem im deutschen Heimatmarkt florierte das Geschäft. Auch die Christ-Juweliergeschäfte steigerten die Erlöse. Insgesamt verbuchte der Konzern in den ersten sieben Monaten des Geschäftsjahrs ein Umsatzplus von zwei Prozent auf 2,17 Milliarden Euro.

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