November 16, 2009 / 3:27 PM / 10 years ago

Abschwung in Luftfahrt lässt Gewinn von EADS einbrechen

Berlin (Reuters) - Probleme beim Militärtransporter A400M und die anhaltende Flaute in der Luftfahrt haben dem europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS die Geschäfte verdorben.

In den ersten neun Monaten brach der Nettogewinn um drei Viertel auf 291 Millionen Euro ein, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Auch der schwache Dollar lastete auf dem Ergebnis. Die Währungseffekte, der steigende Ölpreis und Unsicherheiten über die Folgen der Verzögerungen beim A400M-Programm wie auch beim Superjumbo A380 trübten den Ausblick auf das Gesamtjahr. Vor Sondereffekten rechnet EADS mit einem Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von etwa zwei Milliarden Euro.

Branchenexperten bewerteten diese Prognose unterschiedlich. Analysten der LBBW zeigten sich wenig überrascht, während die DZ Bank den Ebit-Ausblick als ziemlich enttäuschend einstufte. RBS-Analystin Sandy Morris hob vor allem auf die Liquidität ab, die sie positiv überrascht habe. EADS wies einen Netto-Kassenstand von 8,1 Milliarden Euro zum Ende des dritten Quartals aus. Die EADS-Aktien in Paris gewannen rund drei Prozent, in Frankfurt legten sie um 2,3 Prozent zu.

Trotz der Schwierigkeiten blickt der Konzern zuversichtlicher in die Zukunft. Es zeichne sich allmählich eine Erholung ab. Zudem arbeite das Unternehmen daran, wieder mehr Flugzeuge auszuliefern, sagte Airbus-Chef Tom Enders zu Reuters TV. In diesem Jahr werde Airbus sein Ziel erreichen und die Marke von 483 ausgelieferten Maschinen aus dem vergangenen Jahr treffen. Der Umsatz wird dem Unternehmen zufolge auf Grundlage eines Dollarkurses von 1,39 Euro im Gesamtjahr ungefähr auf dem Vorjahresniveau von rund 43 Milliarden Euro liegen.

Von Januar bis September stiegen die Erlöse um ein Prozent auf 29,7 Milliarden Euro. Wegen negativer Wechselkurseffekte fiel das operative Ergebnis in den ersten neun Monaten auf etwa 1,1 Milliarden Euro nach rund 2,02 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Das Sanierungsprogramm Power8 habe die schlechteren Sicherungsgeschäfte bisher nicht auffangen können.

Das volle Ausmaß der finanziellen Konsequenzen aus den Verzögerungen beim A400M werde erst nach Abschluss der Verhandlungen mit der europäischen Rüstungsbehörde OCCAR sichtbar, teilte der Boeing-Rivale mit. Strafzahlungen seien möglich. Allein in den ersten drei Quartalen belastete der A400M den Konzern mit 224 Millionen Euro, zusätzlich zu den bisherigen Kosten von mehr als zwei Milliarden Euro.

Die Staatssekretäre der Bestellerländer für den A400M treffen sich am Donnerstag in Berlin, um sich über ihr weiteres Vorgehen zu beraten. EADS verhandelt derzeit mit den Kunden über milliardenschwere Zusatzkosten infolge der Verzögerungen sowie über den Zeitpunkt der Auslieferungen. Südafrika hatte Anfang November bereits acht Maschinen abbestellt.

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