July 3, 2020 / 8:32 AM / a month ago

Deutsche Wirtschaft nähert sich Wachstumszone - "Blatt wendet sich"

New 100 and 200 euro banknotes are displayed in Vienna, Austria, September 17, 2018. REUTERS/Heinz-Peter Bader

Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft löst sich allmählich aus der Corona-bedingten Schockstarre und nimmt Kurs Richtung Wachstum.

Der Einkaufsmanagerindex stieg im Juni den zweiten Monat in Folge steil an und ließ das Rekordtief vom April weit hinter sich, wie aus der Umfrage des Instituts IHS Markit vom Freitag hervorgeht. Auf Basis endgültiger Daten kletterte das Konjunktur-Barometer auf nunmehr 47,0 Punkte von 32,3 im Mai. Damit ist die Wachstumsschwelle von 50 Punkten greifbar nahe: “Lockerungen der Eindämmungsmaßnahmen haben einigen Teilbereichen der deutschen Wirtschaft wieder neues Leben eingehaucht”, erklärte IHS-Experte Phil Smith. Vor allem “dem wunden Punkt” des Exportgeschäfts sollten die Grenzöffnungen als zusätzlicher Erholungsschub dienen.

Die deutschen Maschinenbauer stecken jedoch noch immer tief in der Krise: Nach Einschätzung des Branchenverbands VDMA ist noch nicht absehbar, wann sich die Lage entspannt. Im Zuge der Corona-Krise musste die einstige deutsche Vorzeigebranche im Mai erneut einen Auftragseinbruch hinnehmen. Die Bestellungen sanken im Vergleich zum Vorjahr um 28 Prozent. Bereits im April waren sie um 31 Prozent in den Keller gerauscht. Die große Verunsicherung vieler Kunden habe sich “in aller Deutlichkeit bemerkbar gemacht”, erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Dies gilt auch für den Euro-Raum: Die Bestellungen aus den Staaten der Währungsunion blieben im Mai um 27 Prozent unter ihrem Vorjahresniveau.

“AUS NOTLAGE BEFREIT”

In der Euro-Zone hellte sich die wirtschaftliche Lage im Juni jedoch insgesamt wieder auf, wie aus der Markit-Umfrage hervorgeht. Das Einkaufsmanager-Barometer stieg auf 48,5 Zähler von 31,9 Punkten im Mai. “Dies signalisiert, dass sich die Eurozone in bemerkenswertem Tempo aus ihrer Coronapandemie-bedingten Notlage befreit hat”, sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.

Dennoch werden die von der Krise geschlagenen Wunden laut Prognose des Ifo-Instituts so schnell nicht heilen: Die Münchner Forscher veranschlagen in ihrer gemeinsam mit dem Institut KOF aus Zürich vorgelegten Schätzung für das abgelaufene zweite Vierteljahr einen Einbruch des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 12,3 Prozent, nach einem Minus von 3,6 Prozent zu Jahresbeginn.

Im dritten Quartal wird das BIP in der Euro-Zone demnach um 8,3 Prozent wachsen, im vierten um weitere 2,8 Prozent. “Das ergibt aber für das Gesamtjahr ein Schrumpfen aller produzierter Güter und Dienstleistungen um 8,1 Prozent”, erklärten die Forscher.

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