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Wirtschaftsnachrichten

Wirtschaft verliert an Schwung - "Euro-Zone am Scheideweg"

Euro currency bills are pictured at the Croatian National Bank in Zagreb, Croatia, May 21, 2019. Picture taken May 21, 2019. REUTERS/Antonio Bronic

Berlin (Reuters) - Steigende Infektionszahlen, Reisewarnungen und die Sorge vor neuen Einschränkungen bremsen die Wirtschaft auf dem Weg aus der Corona-Rezession.

Der deutsche Einkaufsmanagerindex, der die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern zusammenfasst, fiel im August überraschend deutlich um 1,6 auf 53,7 Punkte. Damit hielt sich das Barometer zwar den zweiten Monat in Folge über der Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert. Der Aufschwung habe aber leicht an Dynamik verloren, erklärte Markit-Ökonom Phil Smith am Freitag unter Verweis auf die Umfrage unter Hunderten Unternehmen. “Die Abkühlung betreffe aber allein den Servicesektor. Der habe wegen der schwachen Binnennachfrage infolge neuerlicher Reisebeschränkungen und sinkender Beschäftigung nahezu stagniert.

Das Barometer für die Dienstleister fiel um 4,8 auf 50,8 Punkte, where&mediatype=picture&mex_media_type=picture&token=%22xAp7og1kQ48kkJI5Xz%2FabOjpMaWC8KN8ImvrSv5CoSE%3D%22ährend das für die Industrie um zwei auf 53,0 Punkte zulegen konnte und den höchsten Stand seit knapp zwei Jahren erreichte. "Der Industrie erging es vergleichsweise gut", sagte Smith angesichts steigender Aufträge. "Die weiter rückläufigen Beschäftigtenzahlen in der Industrie zeigen jedoch, dass es noch einiges aufzuholen gilt und dass die Unternehmen weiter unter enormem Kostendruck stehen."

Ähnlich sieht es in der Euro-Zone insgesamt aus. Der Einkaufsmanagerindex für Industrie und Dienstleister sank im August um 3,3 auf 51,6 Punkte. “Das zeigt, dass der Corona-Pandemie doch eine ausgeprägte Nachfrageschwäche anhaftet”, sagte Markit-Volkswirt Andrew Harker. “Geschadet haben dem Aufschwung auch die wieder steigenden Infektionszahlen in vielen Euro-Ländern, wobei vor allem der Servicesektor unter den neuerlichen Restriktionen litt.” Die Währungsunion sieht der Experte am “Scheideweg”: “Entweder beschleunigt sich das Wachstum nach der anfänglichen Belebung in den nächsten Monaten wieder oder es gerät weiter in Stocken”. Das hänge maßgeblich davon ab, wie erfolgreich die Corona-Pandemie bekämpft werde.

Experten gehen davon aus, dass es in Europa keine V-förmige Erholung von der schwersten Rezession der Nachkriegszeit geben wird, also keine kräftige Belebung nach dem massiven Einbruch. “Die Wirtschaft dürfte das Vorkrisenniveau so schnell nicht wieder erreichen”, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. “Die neuerlichen Beschränkungen als Reaktion auf wieder steigende Infektionszahlen verzögern die Erholung weiter.” Das Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone werde erst 2022 wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal mit 10,1 Prozent so stark geschrumpft wie noch nie, da die Corona-Beschränkungen zur Schließung von Geschäften und Fabriken führte. Die Euro-Zone ging sogar um 12,1 Prozent in die Knie.

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