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Wirtschaftsnachrichten

Umfrage - Deutsche Wirtschaft gewinnt im September unerwartet an Schwung

The moon is seen above the Quadriga of the Brandenburg Gate in Berlin, Germany, September 20, 2019. REUTERS/Fabrizio Bensch

Berlin (Reuters) - Die Erholung der deutschen Wirtschaft von der Corona-Rezession hat im September überraschend an Schwung gewonnen.

Der Einkaufsmanagerindex, der die Geschäfte von Industrie und Dienstleistern zusammenfasst, kletterte um 0,3 auf 54,7 Punkte. Das teilte das Institut IHS Markit am Montag zu seiner Umfrage unter Hunderten Unternehmen mit und korrigierte damit seine Schnellschätzung nach oben, die noch einen Rückgang auf 53,7 Zähler ergeben hatte. Damit hielt sich das Barometer den dritten Monat in Folge über der Marke von 50, ab der es Wachstum signalisiert.

Zu verdanken ist das bessere Abschneiden im September in erster Linie der Industrie. Aber auch die Dienstleister wuchsen entgegen der bisherigen Angaben: Deren Barometer sank zwar um 1,9 auf 50,6 Punkte, hielt sich aber - anders als zunächst ermittelt - über der wichtigen Marke von 50. “Während der Dienstleistungssektor kurz vor der Stagnation steht, ist das Wachstum in Deutschland durch die sich belebende Industrie beflügelt worden”, sagte Markit-Ökonom Phil Smith. “Das bedeutet, dass die Wirtschaft zumindest mit etwas Dynamik ins letzte Quartal des Jahres geht.”

Die deutsche Wirtschaft war im zweiten Quartal mit 9,7 Prozent so stark geschrumpft wie noch nie, da die Corona-Einschränkungen zur Schließung von Geschäften und Fabriken führte. Für das zu Ende gehende Sommerquartal rechnen Experten mit einem deutlichen Wachstum. Das Ifo-Institut etwa sagt ein Plus von 6,6 Prozent voraus, für das Schlussquartal dann 2,8 Prozent.

In der Euro-Zone insgesamt lief es im September nicht so gut. Hier fiel das Barometer für die Gesamtwirtschaft um 1,5 auf 50,4 Punkte. “Da die Konjunkturerholung der Euro-Zone im September fast ins Stocken geraten ist, sind die Chancen auf einen erneuten Abschwung im vierten Quartal deutlich gestiegen”, sagte Markit-Chefökonom Chris Williamson. “Viel wird davon abhängen, ob die zweite Welle von Virusinfektionen kontrolliert werden kann und ob die Beschränkungen zur sozialen Distanzierung gelockert werden können, damit die Aktivitäten im Dienstleistungssektor wieder zunehmen können.”

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