January 6, 2020 / 7:21 AM / 7 months ago

Deutsche Einzelhändler schaffen zehntes Wachstumsjahr in Folge

Euro currency bills are pictured at the Croatian National Bank in Zagreb, Croatia, May 21, 2019. Picture taken May 21, 2019. REUTERS/Antonio Bronic

Berlin (Reuters) - Die deutschen Einzelhändler haben sich 2019 von der Flaute in vielen anderen Branchen abkoppeln können.

Ihr Umsatz wuchs preisbereinigt (real) um gut 2,9 Prozent und damit bereits das zehnte Jahr in Folge, wie das Statistische Bundesamt am Montag nach vorläufigen Berechnungen mittelte. Als Basis dafür dienten die Ergebnisse für die ersten elf Monate. Das wäre zugleich der kräftigste Anstieg seit 2015. Zum Vergleich: 2018 hatte es nur zu einem Plus von 1,8 Prozent gereicht. Die gesamte deutsche Wirtschaft dürfte im vergangenen Jahr führenden Instituten zufolge nur um etwa 0,5 Prozent gewachsen sein – vor allem, weil die exportabhängige Industrie wegen Handelskonflikten und schwächerer Weltkonjunktur in der Rezession steckt.

Die Einzelhändler profitieren dagegen unter anderem von der Rekordbeschäftigung. So zählte das Statistikamt im vergangenen Jahr durchschnittlich 45,3 Millionen Beschäftigte und damit über 400.000 mehr als 2018. Auch steigende Löhne befeuern die Kauflaune der Verbraucher: Die Tarifverdienste legten im abgelaufenen Jahr erneut um drei Prozent zu und damit schneller als die Inflationsrate mit 1,4 Prozent, so dass die Kaufkraft vieler Beschäftigter gestiegen ist. Zudem ist Sparen wegen der extrem niedrigen Zinsen unattraktiv.

“VERBRAUCHER VON STELLENABBAU BEEINDRUCKT”

Die meisten Experten sagen dem Einzelhandel für 2020 ein weiteres Wachstumsjahr voraus, zumal Beschäftigung und Kaufkraft weiter steigen sollen. Der Branchenverband HDE ist dagegen vorsichtig. “Auch wenn der private Konsum weiterhin der wichtigste Wachstumstreiber in Deutschland bleibt, sind von ihm damit in den nächsten Monaten keine starken Impulse zu erwarten”, erklärte der HDE. “Die Lage auf dem Arbeitsmarkt ist weiterhin gut, allerdings zeigen sich immer mehr Verbraucher von Ankündigungen zum Stellenabbau bei großen Unternehmen beeindruckt.” So haben die Autobauer Audi und Daimler angekündigt, in den kommenden Jahren insgesamt etwa 20.000 Stellen zu streichen.

Besonders gut schnitt im vergangenen Jahr der boomende Online- und Versandhandel ab. Er steigerte seinen Umsatz von Januar bis November um real 7,4 Prozent. Dagegen schrumpfte das Geschäft mit Textilien, Bekleidung, Schuhen und Lederwaren: Hier gab es Einbußen von 0,4 Prozent. Im November meldete der gesamte Einzelhandel im beginnenden Weihnachtsgeschäft ein reales Plus von 2,1 Prozent. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur ein Plus von 1,1 Prozent erwartet.

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