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Wirtschaftsnachrichten

Einzelhandel erwartet steigenden Weihnachtsumsatz dank Onlineboom

People walk in the Alexa shopping centre as the Christmas shopping season starts in Berlin, November 27, 2010. REUTERS/Thomas Peter (GERMANY - Tags: BUSINESS SOCIETY)

Berlin (Reuters) - Der deutsche Einzelhandel rechnet ungeachtet des teilweisen Lockdowns wegen der Corona-Krise mit einem Umsatzplus im Weihnachtsgeschäft.

Die Einnahmen dürften im November und Dezember zusammen um 1,2 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf rund 104 Milliarden Euro wachsen, sagte der Branchenverband HDE am Donnerstag in Berlin voraus. 2019 lag das Plus noch bei 3,3 Prozent. Treiber ist der von der Corona-Krise weiter befeuerte Online-Handel: Er soll um 19 Prozent auf mehr als 17 Milliarden Euro zulegen. Gut laufen dürfte zudem die Geschäfte mit Möbeln und Lebensmittel sowie in Baumärkten - zum Teil befeuert von der am Jahresende auslaufenden Senkung der Mehrwertsteuer. “Die Kunden kaufen auch in der Corona-Krise Geschenke, sie shoppen aber deutlich mehr online und gehen seltener in die Innenstädte”, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Verlierer der Corona-Krise könnten daher die Innenstadthändler und dort vor allem die Bekleidungsgeschäfte werden. Sie leiden besonders unter dem seit Montag geltenden Teil-Lockdown, der zu weniger Kunden und damit zu schrumpfenden Umsätzen führen dürfte. “Der Handel in den Innenstädten darf zwar öffnen, gleichzeitig appelliert die Politik aber an die Kunden, zu Hause zu bleiben”, sagte Genth. “In der Folge können die Geschäfte mit Blick auf extrem sinkende Kundenfrequenzen vielerorts wirtschaftlich nicht mehr überleben.” Der HDE fordert deshalb die Bundesregierung auf, ihr Nothilfeprogramm für wegen der Corona-Pandemie geschlossene Betriebe auch für Einzelhändler zu öffnen.

Im Schnitt wollen die Deutschen in diesem Jahr etwa 245 Euro pro Kopf für Weihnachtsgeschenke locker machen, so der HDE. Populär sind vor allem Geschenkgutscheine, gefolgt von Spielwaren, Büchern und Schreibwaren. Auch Kosmetik, Körperpflegeartikel und Bargeld zählen zu beliebten Geschenken. Der Branchenverband hofft, dass die Corona-Maßnahmen in diesem Monat die Neuinfektionen deutlich senken und die Kunden dann im Dezember wieder mehr in die Geschäfte strömen. “Es gibt ein Bedürfnis, für Weihnachten einkaufen zu gehen”, sagte Genth.

Für das Jahr 2020 insgesamt rechnet der Verband mit einem Umsatzanstieg von 1,5 Prozent auf rund 552 Milliarden Euro. Dennoch können als Folge der Corona-Pandemie bis zu 50.000 Einzelhandelsstandorte in den Innenstädten verloren gehen, schätzt der HDE. Bei voll weiterlaufenden Kosten sei ein Offenhalten der Geschäfte betriebswirtschaftlich in vielen Fällen kaum sinnvoll möglich.

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