March 3, 2011 / 5:22 PM / 9 years ago

Deutscher Einzelhandel startet mit Umsatzplus ins Jahr

Berlin (Reuters) - Geldgeschenke und Gutscheine unterm Weihnachtsbaum haben die Kassen der Einzelhändler zu Jahresbeginn klingeln lassen. Bekleidungsgeschäfte, Buchhändler und Elektroläden setzten deutlich mehr um als vor Jahresfrist.

Die gesamten Einzelhandelsumsätze legten um 3,8 Prozent zu und damit deutlich stärker als noch zum Jahresende 2010, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Preisbereinigt blieb ein Plus von 2,6 Prozent. “Das ist ein gelungener Auftakt für den Einzelhandel”, sagte ein Sprecher des Branchenverbandes HDE. Zugleich mahnte er aber vor allzu großem Optimismus: Die steigenden Preise für Kraftstoffe und Energie könnten die Geschäfte der Händler belasten.

Der Verband rechnet für das Gesamtjahr mit einem Umsatzplus von 1,5 Prozent. Bereinigt um Preiserhöhungen bedeute das aber nur Stagnation. “Wir bleiben vorsichtig optimistisch”, sagte der Sprecher. Vor allem die anziehende Inflation dämpft die Stimmung. Die Lebenshaltungskosten stiegen im Februar um zwei Prozent verglichen mit dem Vorjahr, schneller waren die Preise zuletzt im Oktober 2008 geklettert. Vor allem Kraftstoffe und Energie werden teurer, doch auch Lebensmittel schlagen deutlich stärker zu Buche als noch im Dezember. Zudem planen immer mehr Firmen Preiserhöhungen, um die gestiegenen Kosten an die Kunden weiterzureichen.

Doch Experten verweisen auf die niedrige Arbeitslosigkeit: Im Februar waren so wenige Menschen ohne Arbeitsplatz wie noch nie in einem Februar seit 1992. Noch vor Sommerbeginn rechnet die Bundesagentur für Arbeit mit weniger als drei Millionen Arbeitslosen. In einigen Branchen klagen die Firmen bereits wieder über Fachkräftemangel. Die Aussichten für steigende Löhne sind damit wieder günstiger. Die GfK ermittelte für Februar das beste Konsumklima seit Oktober 2007. Die Hoffnung auf höhere Einkommen und zugleich niedrige Zinsen machten die höhere Inflation wett, schrieben die Experten. Analysten rechnen mit einer Belebung des privaten Verbrauchs im laufenden Jahr: “Es deutet vieles darauf hin, dass der Konsum durchaus zu einer der Wachstumsquellen für die deutsche Wirtschaft wird”, sagte Jürgen Michels von der Citigroup. Er erwartet sogar ein Umsatzplus von 2,2 Prozent - das wäre das stärkste Wachstum seit 2000.

Besonders gut lief im Januar der Handel mit Einrichtungsgegenständen und Haushaltsgeräten mit einem Umsatzzuwachs von 8,3 Prozent. Auch Bücher und Schmuck waren beliebt: Hier kletterten die Erlöse um 6,6 Prozent. Bekleidungsgeschäfte und Schuhhändler setzten 5,9 Prozent mehr um als vor einem Jahr. Internet- und Versandhändler hatten 7,8 Prozent mehr in der Kasse als vor Jahresfrist. Das Geschäft mit Autos schnellte sogar um 19,3 Prozent in die Höhe, das ist der stärkste Umsatzanstieg seit März 1998. Allerdings war der Einbruch vor einem Jahr auch besonders stark, weil nach dem Auslaufen der Abwrackprämie für Altautos niemand mehr einen Neuwagen erwarb. Einen Umsatzrückgang mussten dagegen Supermärkte hinnehmen.

Zu Beginn des neuen Jahres profitierten die Einzelhändler zudem davon, dass das Wetter vor Weihnachten fürs Einkaufen ungünstig war: Eis und Schnee hätten vielerorts die Verbraucher vom Geschenke-Kauf abgehalten, statt dessen seien Gutscheine verschenkt worden, sagte Michels. Verglichen mit dem Vormonat nahmen die Geschäfte 1,3 Prozent mehr ein, preisbereinigt (real) gab es ein Plus von 1,4 Prozent. In Deutschland lief das Einzelhandels-Geschäft damit besser als in der Euro-Zone: Hier setzten die Händler lediglich 0,4 Prozent mehr um als vor einem Monat und 0,7 Prozent mehr als vor einem Jahr.

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