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Altmaier dringt auf einheitliche Wasserstoffstrategie der EU

German Economy Minister Peter Altmaier speaks to the media prior to a news conference about hydrogen energy at the eve of an informal video meeting of European Energy Ministers, in Berlin, Germany, October 5, 2020. Markus Schreiber/Pool via REUTERS

Berlin (Reuters) - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier dringt auf gemeinsame Standards bei der Wasserstoff-Strategie der EU.

Diese müsse definieren, was als “grüner” Wasserstoff gelten soll, forderte der CDU-Politiker zum Auftakt einer internationalen Konferenz am Montag. “Nationale Alleingänge nützen wie fast immer niemanden”, warnte er. Wasserstoff gilt als klimafreundlicher Hoffnungsträger gerade für Industrie, Luft- und Schifffahrt und auch den Schwerlastverkehr auf der Straße. Derzeit wird Wasserstoff nur in geringem Maße produziert und dies fast ausschließlich mit Hilfe von Erdgas, wodurch CO2 freigesetzt wird. Manche Länder wollen dieses CO2 unterirdisch speichern. Deutschland bezeichnet in seiner nationalen Strategie grünen Wasserstoff als solchen, der nur mit erneuerbarem Strom erzeugt wird.

Deutschland will in der Wasserstoff-Technologie weltweit führend werden. Die Strategie sieht vor, dass bis spätestens 2040 Elektrolyse-Kapazitäten von zehn Gigawatt aufgebaut werden. Dies entspricht der Leistung von zehn Atomkraftwerksblöcken. Gefördert werden soll die Produktion unter anderem durch Abgabe-Befreiungen für Strom aus Wind oder Sonne. Insgesamt sind dafür neun Milliarden Euro vorgesehen.

“Wir müssen bereit sein für eine Führungsrolle als Europäer”, verlangte Altmaier mit Blick auf die EU, die die Technologie ebenfalls im Rahmen des “Green Deal” massiv fördern will. Der Aufbau von Wind- und Solarenergie sei schon sehr erfolgreich gewesen. “Wir müssen jetzt das nächste große Projekt in Angriff nehmen.”

EU-Energiekommissarin Kadri Simson wies ebenfalls darauf hin, dass bei der Wasserstoff-Produktion auch internationale Kooperation nötig sei. Simson nannte Länder wie die Ukraine und Marokko als Partner. Deutschland hat bereits erste Abkommen zur Zusammenarbeit mit afrikanischen Ländern geschlossen, wo Sonne und Wind als Energie-Quellen stärker genutzt werden können. “Wasserstoff ist eine Chance, die man nicht so oft bekommt”, sagte Simson.

Der Chef der Internationalen Energie-Agentur (IEA), Fatih Birol, verwies auf die große internationale Akzeptanz des Brennstoffs. “Wasserstoff ist eine Energieform, die jeder liebt.” Die EU sei ähnlich wie früher schon bei den erneuerbaren Energien vorne dabei. “Diesmal sollte die EU aber nicht nur erster am Start des Marathons sein, sondern auch als erster durchs Ziel gehen”, forderte er.

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