January 25, 2018 / 10:24 AM / in a year

Windbranche setzt auf mehr Schwung durch große Koalition

Wind turbines are pictured in RWE Offshore-Windpark Nordsee Ost in the North sea, 30 km from Helgoland, Germany, May 11, 2015. REUTERS/Christian Charisius/Pool

Berlin (Reuters) - Die Windbranche setzt nach einem Rekordjahr auf weiteren Schub durch die große Koalition.

Ein schnellerer Ausbau erneuerbarer Energien sei der richtige Weg, nachdem das Klimaziel 2020 verfehlt werde, sagte der Präsident des Bundesverbandes der Windenergie (BWE), Hermann Albers, am Donnerstag in Berlin. Die Koalitions-Sondierer von Union und SPD haben beschlossen, dass der Anteil des Ökostroms am Verbrauch bis 2030 auf 65 Prozent steigen soll. Dazu sollen 2019 und 2020 jeweils 2000 Megawatt Windleistung zusätzlich gebaut werden. Albers forderte zudem, dass auch Windparks, deren Subvention ausläuft, sich neu um die Förderung bewerben dürfen. Andernfalls würde der Abriss alter Windräder den Neubau zu großen Teilen neutralisieren.

Im vergangenen Jahr hat sich der Ausbau der Windenergie an Land weiter beschleunigt und ein neues Rekordhoch erreicht: 2017 gingen fast 1800 neue Windräder mit über 5300 Megawatt Leistung ans Netz. Das ist fast doppelt so viel wie die Regierung angepeilt hatte. Insgesamt drehen sich nun über 28.000 Räder an Land. Dazu wurden auf hoher See im vergangenen Jahr noch einmal 1250 Megawatt Leistung mit über 220 Anlagen in Betrieb genommen.

Der Boom ist jedoch laut BWE zu großen Teilen auf einen “Torschluss-Effekt” zurückzuführen: Die Betreiber kamen noch in den Genuss einer alten Förderung, die Abnahmepreise für den Windstrom zwischen sieben und acht Cent pro Kilowattstunde garantierte. Jetzt werden Projekte aber ausgeschrieben: Wer die geringste Förderung verlangt, erhält den Zuschlag. So sind die Preise inzwischen auf gut vier Cent abgesackt. Einen ähnlichen Effekt gibt es auch bei Solaranlagen, wo die Förderkosten für Freiflächenanlagen auf ein ähnliches Niveau zurückgingen. Im Solarsektor entstanden allerdings 2017 voraussichtlich nur neue Anlagen mit weniger als 2000 Megawatt Leistung.

Der BWE erwartet für die nächsten Jahre daher nur noch einen jährlichen Zubau von 3500 bis knapp 5000 Megawatt. Dies bezieht allerdings die möglichen Reformen einer neuen Bundesregierung noch nicht ein. Die gesunkenen Förderkosten haben die Debatte über den Ausbau erneuerbarer Energien stark verändert. Die Kritik an den zu hohen Kosten für die Strom-Verbraucher, die die Subventionen über ihre Rechnung bezahlten, ist für Neuanlagen verstummt. Als Hindernis gelten jetzt eher fehlenden Leitungsnetze.

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