January 29, 2019 / 10:55 AM / 24 days ago

Windstrom-Ausbau bricht ein - Kohle-Ausstieg soll Belebung bringen

The sun sets behind power-generating wind turbines from a wind farm near the village of Ludwigsburg, northern Germany October 5, 2014. REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANY - Tags: ENERGY ENVIRONMENT SOCIETY BUSINESS)

Berlin (Reuters) - Die deutsche Windbranche setzt angesichts der Flaute im Geschäft auf neue Impulse durch den in Aussicht gestellten Kohle-Ausstieg.

“Nutzen wir die Chance, die jetzt der Kohle-Kompromiss bietet”, sagte Matthias Zielinger, Chef der Windsparte des Maschinenbauverbandes VDMA, am Dienstag in Berlin. “Heute ist es wichtiger denn je, schnell den Ausbau der Erneuerbaren Energien hin zum 2030-Ziel zu definieren und die Pfade anzupassen.” Der Ausbau der Windenergie an Land war vergangenes Jahr noch stärker zurückgegangen als erwartet. 2018 wurden nur gut 740 Windräder mit einer Leistung von insgesamt 2400 Megawatt gebaut. Das ist ein Rückgang beim Zubau von über der Hälfte im Vergleich zu 2017, das allerdings ein Rekordjahr war. Auch für dieses und nächstes Jahr ist der Verband pessimistisch: 2019 würden voraussichtlich nicht einmal 2000 Megawatt Zubau erreicht.

Die Kohlekommission der Regierung hatte am Wochenende ein Aus für das letzte Kraftwerk bis spätestens 2038 empfohlen. Zudem sollen bis 2022 schon etwa 12,5 Gigawatt Leistung vom Netz gehen, was etwa 25 größeren Kraftwerksblöcken entspricht. 2022 wird auch das letzte AKW abgeschaltet. Die Regierung will die Empfehlungen im Kern umsetzen.

Ersetzt werden soll der Strom durch umweltfreundlichere Gaskraftwerke und Erneuerbare Energien, die bereits jetzt fast 40 Prozent des Bedarfs decken. Bis 2030 sollen es 65 Prozent sein. Windkraft an Land spielt dabei die größte Rolle.

Einen gewissen Rückgang hatte die Branche für 2018 bereits erwartet - im Sommer hatte der Verband noch neue Windkraft an Land mit einer Leistung von 3300 bis 3500 Megawatt im Gesamtjahr prognostiziert. Hintergrund der Entwicklung ist eine Änderung der Förderung der Windenergie. Statt festgelegten, von vornherein über 20 Jahre garantierten Strom-Abnahmepreisen werden Windparks nun ausgeschrieben. Wer für seine Anlagen die geringsten Strom-Abnahmepreise verlangt, erhält den Zuschlag. Dies gilt aber als weit weniger attraktiv. Daher versuchten die Unternehmen mit Hochdruck, ohnehin geplante Projekte noch nach dem alten Förderregime genehmigen zu lassen. Diese Projekte liefen 2018 aus. Außerdem beklagt der Verband immer wieder Verzögerungen, da es fast immer Klagen gegen den Bau etwa von Anwohnern gibt.

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