April 12, 2012 / 1:02 PM / 7 years ago

Kreise: Bieter reichen Angebote für E.ON-Abfallsparte

CEO of German utility giant E.ON Johannes Teyssen poses before the annual news conference in Duesseldorf March 14, 2012. REUTERS/Ina Fassbender (GERMANY - Tags: BUSINESS)

Frankfurt (Reuters) - Der Energiekonzern E.ON kommt Insidern zufolge bei dem geplanten Verkauf seines Geschäfts mit Müllverbrennungsanlagen voran.

Mehrere Bieter, darunter der Mannheimer Versorger MVV, hätten vorläufige Angebote für die Tochter E.ON Energy from Waste eingereicht, verlautete aus Branchen- und Bankenkreisen am Donnerstag. Die Gebote lägen in einer Größenordnung von 1,2 Milliarden bis 1,5 Milliarden Euro. Zu den Bietern gehörten die niedersächsische Baugesellschaft Papenburg, der Fonds Morgan Stanley Infrastructure, der schwedische Finanzinvestor EQT, der US-Konzern Foster Wheeler und Sembcorp aus Singapur. Die Entsorgungsfirma Remondis sei auch interessiert, sagte eine mit dem Bieterprozess vertraute Person.

Sembcorp bestätigte, sich das Geschäft anzuschauen. E.ON, MVV, EQT, Morgan Stanley und Remondis lehnten eine Stellungnahme ab. Von Papenburg und Foster Wheeler war zunächst kein Kommentar zu erhalten. E.ON-Chef Johannes Teyssen hatte im März bestätigt, dass der Verkaufsprozess für das Unternehmen gestartet wurde.

KREISE: BINDENDE ANGEBOTE SOLLEN BIS ENDE MAI VORLIEGEN

E.ON Energy from Waste betreibt europaweit 18 Müllverbrennungsanlagen mit einer Jahreskapazität von vier Millionen Tonnen. Die Anlagen produzieren damit Strom und Wärme. 2011 erzielte E.ON mit dem Geschäft einen Umsatz von 544 Millionen Euro. Bankenkreisen zufolge erzielte die Gruppe mit rund 1300 Mitarbeitern einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 200 Millionen Euro.

Teyssen hat bereits eine Reihe von Geschäften abgestoßen und will auf diese Weise bis Ende 2013 insgesamt rund 15 Milliarden Euro einnehmen. Neun Milliarden Euro hat er bereits erlöst. Zum Verkauf steht auch die Ferngasnetztochter Open Grid Europe.

Die endgültigen Angebote für E.ON Energy from Waste könnten niedriger ausfallen als die ersten Gebote, sagte eine mit der Angelegenheit befasste Person. “Da schnüffeln viele.” Unklar sei, wie jemand aus Singapur oder den USA ohne Markt- und Sprachkenntnis wirklich Gewinn aus der Sache ziehen könne. “Die Präsentation des Unternehmens war schönfärbender als sonst in Verkaufsprozessen üblich. Der deutsche Abfallmarkt ist ein schwieriger Markt.” Bindende Angebote würden bis Ende Mai erwartet. “Sembcorp wird keine Probleme habe, den Deal zu finanzieren”, sagte eine weitere Person. Das Unternehmen ist zur Hälfte im staatlicher Hand. Sembcorp teilte mit, das Projekt sei noch im Anfangsstadium. Es gebe noch keine Vereinbarung.

Das Abfallgeschäft in Deutschland ist seit den 90er Jahren deutlich schwieriger geworden. Durch das verstärkte Recycling schrumpft die Müllmenge, zugleich wurden neue Anlagen gebaut. Die Folge sind Überkapazitäten. Höhere Preise können die Betreiber nur schwer durchsetzen. An vielen Anlagen sind Kommunen beteiligt, die ihren Bürgern nicht zuviel Gebühren zumuten wollen. Zur Stromerzeugung trägt die Abfallverbrennung mit weniger als ein Prozent bei.

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