December 19, 2018 / 1:00 PM / a month ago

Regierung will weniger Salz, Fett und Zucker in Fertigspeisen

German Agriculture Minister Julia Kloeckner arrives for the Christian Democratic Union (CDU) board meeting in Berlin, Germany November 4, 2018. REUTERS/Michele Tantussi

Berlin (Reuters) - Die Lebensmittelwirtschaft soll nach dem Willen der Bundesregierung den Konsum von Zucker, Salz und Fett verringern.

Eine entsprechende Strategie verabschiedete das Kabinett am Mittwoch in Berlin. Darin hat sich die Branche nach Worten von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner dazu verpflichtet, schrittweise die Verwendung dieser Stoffe in Fertigspeisen zu verringern. Ziel ist es, Übergewicht und ändere ernährungsbedingte Erkrankungen in der Bevölkerung zu bekämpfen. Während Verbraucherorganisationen Klöckner vorwarfen, eine zahnlose Regelung präsentiert zu haben, lehnte die Lebensmittelwirtschaft angedrohte Zwangsmaßnahmen ab, sollte die jetzige freiwillige Regelung wirkungslos bleiben.

Bis 2025 müsse in Frühstücksflocken wie etwa Cornflakes der Zuckeranteil um mindestens 20 Prozent verringert werden, sagte Klöckner. Bei Erfrischungsgetränken solle der Zuckergehalt um mindestens 15 Prozent und bei Kinderjoghurts um mindestens 10 Prozent reduziert werden. Die Einführung einer Zuckersteuer lehnte Klöckner ab. Mit dem Bäckerhandwerk sei vereinbart worden, künftig weniger Salz zu verwenden. Gleiches gelte für die Hersteller von Tiefkühlpizzen. Vereinbarungen mit weiteren produktspezifischen Sparten über Höchstgrenzen sollen folgen. “Jeder muss liefern”, erklärte die CDU-Politikerin.

Der Verband der Lebensmittelwirtschaft BLL pocht darauf, dass es den Kunden freistehen müsse, welche Produkte sie kauften. Daher sehe der Verband eine verbindliche Regulierung “sehr kritisch”, erklärte BLL-Geschäftsführer Christoph Minhoff. Der Verband der Zuckerhersteller WVZ forderte, dass in den Fertigspeisen generell kalorienhaltige Zutaten ersetzt werden müssten und nicht nur Zucker. Kritik kam von Verbraucherschützern: “Diese Ministerin ist gesundheitsgefährdend”, erklärte Foodwatch-Geschäftsführer Martin Rücker. Eine freiwillige Selbstverpflichtung löse das Problem Fehlernährung nicht.

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