July 10, 2018 / 10:19 AM / 5 months ago

Stromproduktion aus Erneuerbaren erstmals höher als aus Kohle

Steam billows from the cooling towers of Vattenfall's Jaenschwalde brown coal power station behind wind turbines near Cottbus, eastern Germany, in this December 2, 2009 file photo. So far, wind turbines are not Sputnik. But one day they could be. The global race to develop clean technology is not just about who can build the best solar parks or wind farms. It is also shaping up as a contest between Chinese-style capitalism and the more market-oriented approach fancied by the United States and Europe. To match special report DAVOS/GREEN REUTERS/Pawel Kopczynski/Files (GERMANY - Tags: ENERGY ENVIRONMENT BUSINESS)

Berlin (Reuters) - In Deutschland ist erstmals mehr Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt worden als aus Kohle.

Im ersten Halbjahr 2018 hätten Wind, Sonne oder Wasser mehr fast 118 Milliarden Kilowattstunden produziert, teilte der Bundesverband der Energiewirtschaft (BDEW) am Dienstag aufgrund vorläufiger Zahlen in Berlin mit. Das entspreche einem Anstieg von über zehn Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil an der Stromerzeugung habe etwa 36 Prozent betragen. Braun- und Steinkohle zusammen produzierten dagegen mit 114 Milliarden Kilowattstunden gut zehn Prozent weniger. Die Erneuerbaren waren damit Deutschlands wichtigste Stromquelle.

BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer sprach vor dem Hintergrund der Debatte über ein Enddatum für die Kohlekraft von eindrucksvollen Zahlen: “Der marktgetriebene, schrittweise Ausstieg aus der Kohleverstromung ist schon in vollem Gange.”

In Deutschland laufen noch eine Reihe sehr alter, wartungsintensiver Kohlekraftwerke, die die Betreiber zunehmend aus Kostengründen vom Netz nehmen. Zudem wirkt sich der zuletzt stark gestiegene Preis für Kohlendioxid(CO2)-Verschmutzungsrechte im Rahmen des EU-Emissionshandels aus. Die Betreiber müssen dafür mehr Geld aufwenden, was die Anlagen unrentabler macht.

Am Freitag trifft sich die Kohlekommission der Bundesregierung zu ihrer zweiten Sitzung. Sie soll aus Gründen des Klimaschutzes ein Enddatum für das letzte Kohlekraftwerk festlegen und zugleich den besonders betroffenen Regionen neue wirtschaftliche Perspektiven aufzeigen.

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