February 15, 2018 / 4:16 PM / 3 months ago

Siemens-Chef - Starke EU muss sich gegen China und USA behaupten

München (Reuters) - Siemens-Chef Joe Kaeser hat ein einheitliches Auftreten der EU in der Welt und besonders gegenüber China und den USA gefordert.

Siemens CEO Joe Kaeser attends a news conference ahead of the company's annual shareholders meeting in Munich, Germany, January 31, 2018. REUTERS/Michael Dalder

“Wir brauchen eine sehr geschlossene Haltung”, sagte Kaeser am Donnerstag auf der Münchner Europa-Konferenz. Nur so könne man etwa von China gegenseitige Marktöffnungen für Unternehmen überhaupt durchsetzen. Auch gegenüber den “hegemonialen Ideen einer amerikanischen Regierung” müsse die EU aus einer Position der Stärke heraus auftreten. Denn es drohe, dass die USA überall dort, wo sie wirtschaftlich nicht mehr mithalten könnten, Strafsteuern verhängten. Die EU müsse angesichts der Konkurrenz mit Indien, China und den USA ihren Platz als “dritte Kraft in der Welt” behaupten.

Es gebe derzeit eine einmalige Chance, die EU angesichts der wiedergewonnenen wirtschaftlichen Stabilität zu reformieren. Allerdings relativierte Kaeser die Reformen im Nachbarland. In Frankreich gebe es mit Präsident Emmanuel Macron zwar ein “großes Momentum”. “Aber sonderlich viel hat sich in Frankreich ehrlich gesagt nicht verändert.” In Deutschland sei es genau umgekehrt. Der Chef des Euro-Rettungsschirms ESM, Klaus Regling, lobte dagegen die Reformen in Frankreich, die für alle gut seien. Er forderte ebenfalls eine engere EU-Zusammenarbeit und warb auch für die umstrittene Vollendung der Bankenunion. “Wir haben nur eine Chance, nicht zwischen USA und China zerrieben und zerdrückt zu werden, wenn wir zusammenarbeiten”, sagte er.

Regling kritisierte, dass in Deutschland die Chancen einer vollendeten Kapitalmarkt- und Bankenunion nicht gesehen würden. “Niemand in Europa will eine Transferunion”, betonte er angesichts der Warnungen vor Milliardenüberweisungen an Euro-Partnerländer. Keine der Untergangsprognosen deutscher Ökonomen zur Entwicklung der Euro-Zone, den Rettungsprogrammen oder der EZB-Politik habe sich in den letzten Jahren bewahrheitet. “Es ist wirklich an der Zeit, dass die Skepsis der Realität weicht.”

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