October 17, 2018 / 7:09 AM / a month ago

Deutsche Exporteure fürchten Handelsstreit und Chaos-Brexit

Export cars are loaded on a RoRo ship of Italian Grimaldi Group at a terminal in the port of Hamburg, Germany August 1, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Den erfolgsverwöhnten deutschen Exporteuren droht angesichts des von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Handelsstreits und des Brexit kräftig Gegenwind.

Der Außenhandelsverband BGA senkte am Mittwoch seine Prognose für den Zuwachs der Ausfuhren in diesem Jahr von fünf auf 3,5 Prozent. Und mehr noch: BGA-Präsident Holger Bingmann rechnet im kommenden Jahr mit einer Fortsetzung des Abwärtstrends. “Das ist für mich keine Delle, das ist der Beginn einer Abwärtsbewegung.”

Trump stört sich vor allem am riesigen Defizit seines Landes im Handel mit China und der EU - und hat deswegen zahlreiche Sonderzölle in Kraft treten lassen. Allerdings kündigte die US-Regierung gerade an, Handelsgespräche mit der Europäischen Union, Großbritannien und Japan aufnehmen zu wollen. Entsprechende Absichtserklärungen legte der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer dem Kongress vor. Die Gespräche sollten “mit zeitnahen und substanziellen Ergebnissen für die amerikanischen Arbeiter, Bauern und Unternehmen abgeschlossen werden”.

Mit seiner Prognose für 2018 liegt der BGA noch etwas über den Erwartungen der Bundesregierung, die einen Zuwachs der deutschen Ausfuhren von 2,8 Prozent erwartet. Risiken sieht der Verband neben dem Handelsstreit vor allem im britischen EU-Austritt. Es gebe die reale Gefahr, dass es zu einem Brexit ohne Vertrag zwischen EU und Großbritannien kommen könne, so Bingmann. Das würde deutschen Firmen Kosten in Milliardenhöhe einbrocken. Der BGA-Präsident sprach sich dafür aus, die Übergangszeit nach dem Brexit auf mindestens zwei Jahre auszudehnen, um Rechtsunsicherheit zu wahren. Die Staats- und Regierungschefs der EU beraten darüber an diesem Mittwoch in Brüssel. Weniger als sechs Monate vor dem Brexit sind elementare Fragen immer noch strittig.

Der BGA verwies zudem auf eine Vielzahl weiterer Krisenherde, die die deutschen Exporte bereits drücken oder in Zukunft potenziell reduzieren können. Dazu gehörten die Währungs-, Ölpreis- und Zinsentwicklung. Als gefährlich beurteilte der BGA auch den Streit über die höhere Neuverschuldung Italiens.

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