May 11, 2018 / 11:13 AM / 11 days ago

DIHK kappt Export-Prognose - "Da braut sich was zusammen"

Berlin (Reuters) - Höhere Zölle, neue Sanktionen, mehr Rechtsunsicherheit: Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) senkt wegen zunehmender Barrieren seine Prognose für das Wachstum der Exporte in diesem Jahr.

Container ship CMA CGM Antoine de Saint Exupery is moored at the loading terminal in the port of Hamburg, Germany March 15, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

“Wir werden auf fünf Prozent runter gehen mit unserer Exportprognose”, sagte DIHK-Außenhandelschef Volker Treier am Freitag in Berlin. Zu Jahresbeginn war noch ein Plus von mehr als sechs Prozent vorausgesagt worden. Grund für die Rücknahme sei der zunehmende Protektionismus. “Hier braut sich schon auch ein Gewitter zusammen”, sagte Treier. “Das handelspolitische Umfeld ist deutlich schwieriger geworden.”

Diese Auffassung wird von immer mehr im Ausland aktiven deutschen Unternehmen geteilt: Mittlerweile sieht jede vierte Firma in der Bevorzugung heimischer Konkurrenz oder in Handelshürden ein Risiko für ihre Geschäfte, ergab die halbjährliche Umfrage der Auslandshandelskammern unter mehr als 5100 Mitgliedsunternehmen. Zudem treffen die neuen US-Sanktionen gegen Russland und den Iran auch deutsche Betriebe, denen bei Verstößen gegen die Auflagen harte Strafen in den Vereinigten Staaten drohen. Das sei ein “Damoklesschwert”, sagte Treier. Im China-Geschäft wiederum würden sich die Sorgen um die Rechtssicherheit mehren.

“SYNCHRON NACH OBEN”

Trotz gestiegener Risiken blicken die Unternehmen optimistisch auf das Auslandsgeschäft. 40 Prozent rechnen in den kommenden zwölf Monaten mit einer positiven Konjunkturentwicklung an ihren jeweiligen Standorten. Das sind so viele wie noch nie seit Beginn der Umfrage im Frühjahr 2015. Lediglich zehn Prozent erwarten eine Verschlechterung. In fast allen Weltregionen legten die Erwartungen an die Konjunktur zu. Nur in China gibt es einen leichten Rückgang, allerdings ausgehend von einem hohen Niveau.

“Wir haben in allen Weltregionen eine synchron aufwärts gerichtete Konjunkturentwicklung”, sagte Treier. “Das ist erstmals so seit langem der Fall.” Davon profitiere die deutsche Wirtschaft angesichts ihrer internationalen Aufstellung. Sie wolle daher im Ausland verstärkt investieren und neue Mitarbeiter einstellen. Bislang beschäftigen sie 7,4 Millionen Menschen. Im Jahresverlauf sollen mindestens 200.000 hinzukommen, darunter 60.000 in den Euro-Ländern, 40.000 in den USA und 30.000 in China.

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