December 8, 2017 / 7:19 AM / 7 days ago

Exporteure übertreffen Billion-Marke erstmals schon im Oktober

Berlin (Reuters) - Die deutschen Exporteure haben so früh wie noch nie in einem Jahr die Umsatzmarke von einer Billion Euro geknackt.

An empty cargo hub is pictured at Frankfurt Hahn airport 100 kilometers (60 miles) west of Frankfurt, Germany June 6, 2016. REUTERS/Ralph Orlowski

In den ersten zehn Monaten wuchsen die Ausfuhren um 6,3 Prozent zum Vorjahreszeitraum auf 1,06 Billionen Euro, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. “Damit wurde erstmals schon in einem Oktober die Billionengrenze übertroffen”, sagte der Außenhandelschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. In den beiden Vorjahren gelang dies erst im November. 2011 waren erstmals überhaupt in einem Jahr mehr als eine Billion Euro im Ausland umgesetzt worden.

“Ein wichtiger Treiber hinter dem Aufschwung ist die Euro-Zone”, sagte Treier. “Die Währungsunion hat ihre Konjunkturkrise endgültig hinter sich gelassen.” Die deutschen Exporte dorthin wuchsen deshalb in den ersten zehn Monaten mit 6,6 Prozent überdurchschnittlich, weil Länder wie Frankreich, Italien und Spanien im Aufwind sind. Etwa 37 Prozent der deutschen Ausfuhren gehen in die Euro-Zone. Aber auch das Geschäft mit China, Russland und den USA wächst spürbar.

“DAS STIMMT NACHDENKLICH”

Noch besser laufen derzeit die Importe. Sie legten bis Oktober um fast neun Prozent auf 859 Milliarden Euro zu - weil die Unternehmen hierzulande wieder mehr investieren und die Verbraucher mehr konsumieren. “Hier kam der stärkste Impuls vor allem aus den EU-Ländern”, sagte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Holger Bingmann. “Ein weiterer Beweis dafür, wie wichtig Europa für die deutsche Wirtschaft ist.” Die Exporte übertrafen die Importe in den ersten zehn Monaten um mehr als 200 Milliarden Euro. Deutschland steht wegen seiner enormen Exportüberschüsse international am Pranger.

Allerdings verloren das Auslandsgeschäft zuletzt an Schwung. Im Oktober sanken die Exporte bereits zum zweiten Mal in Folge um 0,4 Prozent zum Vormonat. “Das stimmt nachdenklich”, sagte Treier. “Das Geschäft mit Ländern wie Großbritannien und der Türkei entwickelt sich negativ.” Hinzu komme noch der stärkere Euro, der deutsche Waren in anderen Währungsgebieten verteuert. “Auch die Verunsicherung durch protektionistische Äußerungen dämpft”, sagte der DIHK-Experte. So sähen die US-Steuerpläne eine Art Grenzausgleichssteuer vor, die wie ein Importzoll auf Vorleistungen aus dem Ausland wirkten. Die USA sind der wichtigste deutsche Exportkunde.

Hoffnung auf einen positiven Jahresausklang macht China. Der Exportweltmeister steigerte seine Ausfuhren im November um gut zwölf Prozent. Das ist mehr als doppelt so viel wie von Analysten erwartet. Die Importe kletterten sogar um 17,7 Prozent nach oben. Die Volksrepublik ist der wichtigste deutsche Handelspartner: 2016 wurden Waren im Wert von 170,2 Milliarden Euro zwischen beiden Ländern ausgetauscht.

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