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Zuversicht deutscher Exporteure legt trotz Trump und Euro zu
8. September 2017 / 06:09 / vor 18 Tagen

Zuversicht deutscher Exporteure legt trotz Trump und Euro zu

FILE PHOTO: Cargo wagons are parked at a train station in Munich, Germany, May 6, 2015. REUTERS/Michaela Rehle/File Photo GLOBAL BUSINESS WEEK AHEAD SEARCH GLOBAL BUSINESS 10 JULY FOR ALL IMAGES

Berlin (Reuters) - Trotz des starken Euro und politischer Unsicherheiten wächst der Optimismus der deutschen Exporteure.

Ihr Branchenverband BGA verdoppelte am Freitag seine Wachstumsprognose. “Für das Gesamtjahr 2017 erwarten wir nunmehr einen Anstieg der Ausfuhren um fünf Prozent auf 1,267 Billionen Euro”, sagte der scheidende BGA-Präsident Anton Börner. Nach den ersten sieben Monaten steht bereits ein Wachstum von 6,3 Prozent zu Buche, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Allein im Juli lagen die Exporte acht Prozent über dem Vorjahr. Börner sprach von einem “Turbostart ins zweite Halbjahr”.

Auch der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, gab sich zuversichtlich. “Die Weltkonjunktur hat einen ordentlichen Gang hochgeschaltet - aller sich um sich greifenden protektionistischen Tendenzen zum Trotz.” US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, den US-Markt stärker abzuschotten. Die Wirtschaft fürchtet deshalb, dass Einschnitte beim Freihandel das Exportgeschäft und damit die Konjunktur bremsen könnten. “Die weltweiten politischen Unsicherheiten wie Krisen und weiterhin zunehmende Handelshemmnisse schlagen bisher kaum auf die deutschen Exporte durch, sie bleiben aber große Unsicherheitsfaktoren”, warnte Treier.

“POLITISCHE KRISEN UND UNSICHERHEITEN BLEIBEN RISIKO”

Der Höhenflug des Euro, der heimische Produkte im Ausland verteuert, bereitet der Wirtschaft Sorgen - zumindest mittelfristig. “Immerhin bremst der stärkere Euro noch nicht unsere Exporte in Drittstaaten wie China und Nordamerika, die in diesem Jahr immerhin stabil wachsen”, sagte Treier. In diese Länder legten die Ausfuhren bis einschließlich Juli überdurchschnittlich um gut sieben Prozent zu. Der Euro war am Vormittag mit 1,2092 Dollar so teuer wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren.

BGA-Chef Börner sieht die Entwicklung des Euro aber eher gelassen. “Für Exporteure gibt es gute Möglichkeiten, sich gegen Wechselkursschwankungen abzusichern.” Zudem würden die Einfuhren günstiger. “Ein viel größeres Risiko besteht weiterhin durch protektionistische Töne und Maßnahmen in der Handelspolitik.” Die Einführung von Sanktionen, Zöllen und Handelsschranken zum Schutz der eigenen Wirtschaft sei nicht zeitgemäß.

Im Juli stagnierten die Exporte zum Vormonat fast und stiegen nur minimal um 0,2 Prozent. Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 103,7 Milliarden Euro ins Ausland. Die Exporte übertrafen die Importe bereinigt um jahreszeitliche Schwankungen um 19,5 Milliarden Euro. Deutschland steht wegen seines enormen Leistungsbilanzüberschusses international am Pranger. Institutionen wie der Internationale Währungsfonds (IWF) und die EU-Kommission sehen dies auch als Hinweis darauf, dass Deutschland zu Hause zu wenig investiert, was langfristig das Wachstum dämpfen könne. Auch 2017 wird Deutschland nach Berechnungen des Ifo-Instituts weltweit wieder den größten Überschuss in der Leistungsbilanz aufweisen - und zwar deutlich vor China und Japan.

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