February 8, 2019 / 7:56 AM / 9 days ago

Exportplus Ende 2018 - Wirtschaft kehrt wohl zu Wachstum zurück

FILE PHOTO: Chinese container ship "Cosco Shipping Aries" is unloaded at a loading terminal in the port of Hamburg Germany July 27, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer/File Photo

Berlin (Reuters) - Die deutschen Exporteure haben im Dezember einen versöhnlichen Schlusspunkt unter ein konjunkturell maues Jahresende gesetzt.

Sie verkauften 1,5 Prozent mehr im Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,2 Prozent gerechnet, nachdem es im November ein Minus von 0,3 Prozent gegeben hatte. Trotz der von US-Präsident Donald Trump ausgelösten Spannungen im internationalen Handel steigerten die Unternehmen die Ausfuhren 2018 um 3,0 Prozent. Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal wohl mit einem blauen Auge davongekommen, nachdem sie im Sommer geschrumpft war.

“Das Bruttoinlandsprodukt dürfte um 0,1 Prozent gestiegen sein”, schätzt Ökonom Stefan Kooths vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Auch das Statistische Bundesamt erwartet ein “leichtes Plus”, womit Deutschland nur knapp einer technischen Rezession entgangen sein dürfte - also zwei Quartalen mit zurückgehender Wirtschaftsleistung in Folge. Im Sommer 2018 war das BIP um 0,2 Prozent geschrumpft. Die Konjunktur sei keineswegs “in einer Abschwungspirale” gefangen, sagte IfW-Experte Kooths der Nachrichtenagentur Reuters. “Dafür sprechen auch die Lebenszeichen vom Export.” Für den Jahresauftakt 2019 sei mit einer Konjunkturbelebung zu rechnen. Allerdings wachsen nach seiner Ansicht die Bäume in der Spätphase des Aufschwungs nicht mehr in den Himmel. “Höhere Wachstumsraten als 0,3 oder 0,4 Prozent im Quartal sind nicht mehr zu erwarten.”

“ERNÜCHTERUNG UND VORSICHT”

Beim deutschen BIP war 2018 lediglich ein Plus von 1,5 Prozent herausgesprungen. Für das laufende Jahr erwartet der DIHK sogar nur noch einen Zuwachs von 0,9 Prozent. “Die leicht gestiegenen Ausfuhrzahlen im Dezember können nicht über ein insgesamt durchwachsenes Exportjahr hinwegtäuschen. Für 2019 rechnen die Betriebe nicht mit einer Besserung”, so Ilja Nothnagel, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK). “Die steigende wirtschaftspolitische Unsicherheit wie etwa durch Handelsstreitigkeiten oder den Brexit macht der exportorientierten deutschen Wirtschaft das Leben schwer.” Das bestätigt auch Ifo-Experte Klaus Wohlrabe: “Der Brexit steht vor der Tür. Es könnte katastrophal werden.” Diese Sorgen lasteten auf der Stimmung in der Wirtschaft, die noch durch die Spannungen im internationalen Handel verstärkt würden. “Es sind Ernüchterung und Vorsicht eingekehrt.”

In der kommenden Woche sollen in Peking die Handelsgespräche zwischen den USA und China fortgesetzt werden. “Es wird auch Zeit, denn das 90-Tage-Moratorium, mit dem die Verhängung weiterer US-Strafzölle aufgeschoben wurde, läuft am 2. März aus”, sagte der Chefvolkswirt der DZ Bank, Stefan Bielmeier.

Der Konflikt belastet zunehmend die Weltkonjunktur. US-Präsident Trump hat nach eigenen Angaben nicht vor, Chinas Staatschef Xi Jinping noch vor Ablauf der Frist im Handelsstreit zu treffen.

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