September 9, 2019 / 6:27 AM / 13 days ago

Exporteure mit Wachstum im Juli - "Aber kein Grund für Euphorie"

FILE PHOTO: Volkswagen export cars are seen in the port of Emden, beside the VW plant, Germany March 9, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer - RC1A48863300/File Photo

Berlin (Reuters) - Die vom Zollstreit gebeutelten deutschen Exporteure sind mit einem überraschenden Umsatzplus ins zweite Halbjahr gestartet.

Sie lieferten im Juli 0,7 Prozent mehr Waren ins Ausland als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Montag mitteilte. Ökonomen hingegen hatten mit minus 0,5 Prozent gerechnet. Die Wirtschaft reagierte nüchtern und sieht “keinen Grund für Euphorie” im Außenhandel. “Die Unsicherheiten vor allem aufgrund der schwelenden globalen Handelskonflikte und des weiterhin unklaren Brexits bleiben für die Unternehmen bestehen”, sagte DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier. Die neuen Zölle im Handelskonflikt zwischen den USA und China träfen auch deutsche Firmen vor Ort. “Ein Ende der Protektionismus-Spirale ist nicht in Sicht.”

Nach den ersten sieben Monaten des Jahres steht bei den erfolgsverwöhnten Exporteuren nur ein vergleichsweise mageres Umsatzplus von einem Prozent zu Buche. Wegen der Unsicherheiten dürfte die Entwicklung im Jahresverlauf schwach bleiben, sagte Treier. Auch der Außenhandelsverband BGA sieht wegen vieler Risiken “keinen Grund zur Entwarnung”, aber auch einen Lichtblick. “Anders als das Großbritanniengeschäft, das unter dem Brexit leidet und das Europageschäft beeinträchtigt, läuft das US-Geschäft trotz aller Streitigkeiten sehr zufriedenstellend”, erläuterte BGA-Präsident Holger Bingmann.

EXPORT SCHWÄCHELT - HANDWERK UND DIENSTLEISTER IM AUFWIND

Im Vergleich zum Juli 2018 stiegen die Ausfuhren um 3,8 Prozent auf 115,2 Milliarden Euro. Für Impulse sorgte hier vor allem das Geschäft mit Nicht-EU-Staaten wie den USA und China, das um knapp zehn Prozent zulegte. Die Importe verringerten sich um 1,5 Prozent zum Vormonat und um 0,9 Prozent zum Vorjahr.

Zuletzt hatten vor allem Daten der schwächelnden Industrie für Konjunkturpessimismus gesorgt. Die Betriebe drosselten ihre Produktion im Juli den zweiten Monat in Folge und mussten den stärksten Auftragsschwund seit einem halben Jahr wegstecken. Deutlich besser läuft noch die Inlandskonjunktur - also im Handwerk, am Bau und bei den Dienstleistern. Das Handwerk wächst derzeit schneller als die gesamte Wirtschaft und steigerte seinen Umsatz im zweiten Quartal binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent. Bei den Dienstleistern ging es sogar um 3,8 Prozent bergauf.

Die Konjunkturflaute erfasst einer Umfrage zufolge aber zunehmend auch kleine und mittlere Firmen. Dies geht aus einer Umfrage der staatlichen Förderbank KfW und des Ifo-Instituts unter 7500 Mittelständlern hervor. “Mit zunehmender Deutlichkeit zeichnet sich für Deutschland eine technische Rezession ab”, führte KfW-Ökonom Klaus Borger aus. Nachdem die Wirtschaftskraft bereits im zweiten Quartal um 0,1 Prozent gesunken sei, dürfte es im laufenden Sommerquartal erneut ein leichtes Minus geben. Bei zwei Rückgängen in Folge sprechen Volkswirte von einer sogenannten technischen Rezession.

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