December 19, 2019 / 8:02 AM / in 8 months

Bessere Stimmung bei Exporteuren - Aber mehr Kurzarbeit in Industrie

Containers are seen at a terminal in the port of Hamburg, Germany November 14, 2019. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Die Stimmung unter den deutschen Exporteuren ist wegen des entschärften Handelsstreits zwischen den USA und China so gut wie seit zehn Monaten nicht mehr.

Das Barometer stieg im Dezember auf den besten Wert seit Februar, wie das Münchner Ifo-Institut am Donnerstag zur Umfrage unter 2300 Firmen mitteilte. “Die sich andeutende Entspannung im Handelskonflikt lässt bei den Exporteuren leichten Optimismus aufkeimen”, sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Andere Daten belegen aber, dass die exportorientierte Industrie noch lange nicht über den Berg ist: Das Verarbeitende Gewerbe setzt laut Ifo so stark auf Kurzarbeit wie im Nachgang der internationalen Finanzkrise 2010 nicht mehr.

Im Dezember hatten 8,4 Prozent der Unternehmen Kurzarbeit eingeführt, wie die Forscher zu ihrer Umfrage mitteilten. Der Anteil der Firmen, die in den kommenden drei Monaten mit Kurzarbeit rechnen, kletterte zugleich auf 15,3 Prozent. Nach Schätzungen des Instituts dürfte es aktuell bereits mehr als 100.000 Kurzarbeiter geben. “Die Rezession in der Industrie hinterlässt zunehmend tiefe Spuren auf dem Arbeitsmarkt”, sagte Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser. “Mit Kurzarbeit können Unternehmen die Auftragsflaute überbrücken und ihre Fachkräfte halten.” Laut Ifo konzentriert sich die Kurzarbeit gegenwärtig auf acht Branchen - am stärksten ist die Metallerzeugung und -bearbeitung betroffen. Kurzarbeit gibt es derzeit vor allem in Rheinland-Pfalz, im Saarland und in Bayern. Aber auch in Baden-Württemberg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen sei in den kommenden drei Monaten mit einem kräftigen Anstieg zu rechnen.

Bei den Exporteuren stieg allerdings laut Ifo die Zuversicht, da die Wahl in Großbritannien für etwas mehr Klarheit sorgte. Denn der britische Premierminister Boris Johnson dürfte nun mit einer deutlichen Mehrheit im Rücken seinen Brexit-Kurs durchsetzen. Zudem einigten sich die USA und China auf ein erstes Handelsabkommen, was ebenfalls für etwas Beruhigung sorgte.

Das gewerkschaftsnahe IMK-Institut sieht die internationalen Konflikte als Bremsklotz für die deutsche Wirtschaft und die Inlandsnachfrage als Lichtblick. “Ohne das robuste Wachstum sowohl der privaten wie der öffentlichen Konsumausgaben sowie des Wohnungsbaus wäre die deutsche Konjunktur in eine Rezession abgeglitten.” Für 2020 erwarten die Ökonomen ein Wachstum der gesamten Wirtschaft von 0,8 Prozent, nach 0,5 Prozent in diesem Jahr. “Es sieht so aus, als könnte die deutsche Wirtschaft in diesem Abschwung mit einem blauen Auge davonkommen”, sagte IMK-. Sebastian Dullien. “Allerdings gibt es derzeit zugleich wenig Anzeichen, dass sie sich schnell erholt.”

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