January 9, 2018 / 7:36 AM / 7 months ago

Deutsche Wirtschaft im Höhenflug - "Krisenherden getrotzt"

Berlin (Reuters) - Die deutsche Wirtschaft zeigt sich so blendend in Form wie seit langem nicht: Die Produktion zog im November so stark an wie seit über acht Jahren nicht mehr, die Exporte wuchsen vor allem wegen der starken Nachfrage aus der Euro-Zone so kräftig wie zuletzt 2014.

An employee works on plumbing equipment at the polishing stage of the assembly line of bathroom and sanitation company Hansgrohe, in Schiltach, in the Black Forest, Southwestern Germany, November 3, 2014. German bathroom fittings maker Hansgrohe is a successful firm with a track record of global exports and an attractive profit-sharing scheme. But it's struggling to hire highly-qualified engineers - and many more "Mittelstand" companies are too. The raft of firms named after their small-to-medium size kept Germany afloat throughout a global economic downturn and still have healthy order books. But now they must brace for a blow to their business from a demographic time bomb. Picture taken November 3, 2014. REUTERS/Vincent Kessler (GERMANY - Tags: BUSINESS EMPLOYMENT)

Und das Bundeswirtschaftsministerium erwartet kein baldiges Ende des Aufschwungs: “Die gute Entwicklung der Auftragseingänge sowie die optimistischen Geschäftserwartungen deuten für die kommenden Monate auf eine lebhafte Entwicklung der Industriekonjunktur hin.”

Die Unternehmen stellten im November 3,4 Prozent mehr her als im Vormonat, wie das Ministerium am Dienstag mitteilte. Das Plus fiel fast doppelt so stark aus wie von Ökonomen erwartet. Die Exporte zogen gar um 4,1 Prozent zum Vormonat an und damit mehr als dreimal so stark wie erwartet. “Das ist der kräftigste Zuwachs seit fast drei Jahren”, betonte das Statistische Bundesamt. Insgesamt verkauften die Unternehmen Waren im Wert von 116,5 Milliarden Euro ins Ausland. Besonders kräftig legten die Ausfuhren in die Euro-Zone zu, aber auch die in Länder außerhalb der Europäischen Union.

“Die deutschen Exporte haben damit 2017 den weltweiten Krisenherden wie Mittlerer Osten, Brasilien oder auch Russland, der Türkei und der Brexit-Verunsicherung getrotzt”, sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier. Im Gesamtjahr dürften die Ausfuhren um sechs Prozent auf den Rekordwert von knapp 1,3 Billionen Euro gestiegen sein, was rund 70 Milliarden mehr wären als 2016. “Der Ausblick auf das neue Exportjahr 2018 fällt angesichts des mehr als versöhnlichen Jahresausklangs ebenfalls optimistisch aus”, sagte Treier. “Allerdings sind die Exporterfolge kein Selbstläufer. Sie sind in den Betrieben hart erarbeitet und aktuell mehr ein Produkt einer temporär guten Weltkonjunktur.” Insgesamt würden die Handelshürden weltweit zunehmen, wie der ergebnislose Gipfel der Welthandelsorganisation WTO am Jahresende in Buenos Aires zeige.

“KAUM EINE WOLKE ERKENNBAR”

Besonders die Hersteller von Investitionsgütern wie Maschinen, Anlagen und Fahrzeugen profitieren von der bessren Weltkonjunktur und fuhren ihre Produktion überdurchschnittlich kräftig hoch. “Die Weltwirtschaft liefert Impulse”, sagte Commerzbank-Ökonom Christoph Weil. “Es gibt offenbar nichts, was die deutsche Konjunktur bremsen könnte.” Andere Experten sehen das ähnlich. “Aufgrund des hohen Auftragsbestandes wird die Produktion weiter unter Dampf bleiben”, sagte der Chefvolkswirt des Bankhauses Lampe, Alexander Krüger.

“Die Wirtschaftsleistung ist stabil”, betonte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig bei einer Globalisierungskonferenz in Berlin. 2017 sei die deutsche Wirtschaft um 2,2 Prozent gewachsen. “Und wir gehen davon aus, dass sich das etwa auf diesem Niveau fortsetzen wird.” Die Bundesregierung aktualisiert in den nächsten Wochen ihre Wachstumsschätzung.

Von Reuters befragte Ökonomen sagen für 2017 sogar ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 2,4 Prozent voraus. Es wäre die stärkste Zunahme seit 2011. Dazu veröffentlicht das Statistikamt am Donnerstag seine erste Schätzung. “Am Konjunkturhimmel in Deutschland ist derzeit kaum eine Wolke zu erkennen”, sagte BayernLB-Experte Stefan Kipar.

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