October 8, 2018 / 6:23 AM / 2 months ago

Deutsche Produktion sinkt erneut - Autoindustrie belastet

Welding robots are seen in a production line at the Volkswagen plant in Emden, Germany March 9, 2018. REUTERS/Fabian Bimmer

Berlin (Reuters) - Die Probleme der Autobranche bei der Umstellung auf das strengere Abgasmessverfahren hat die deutsche Produktion im August erneut gedrückt.

Industrie, Bau und Energieversorger stellten zusammen 0,3 Prozent weniger her als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte. Das war bereits der dritte Rückgang in Folge. Das kommt überraschend: Ökonomen hatten einen Anstieg um 0,4 Prozent erwartet. “Insgesamt war das Produzierende Gewerbe in den Sommermonaten mit schwachem Tempo unterwegs”, fasste das Ministerium zusammen.

Die Flaute in der Industrie dürfte das Wachstum von Europas größter Volkswirtschaft im gerade beendeten dritten Quartal merklich gedämpft haben. Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen in ihrem Herbstgutachten für die Bundesregierung lediglich noch mit einem Mini-Wachstum des Bruttoinlandsproduktes von 0,1 Prozent. Im zweiten Quartal hatte es noch zu 0,5 Prozent gereicht. “Die Konjunktur kühlt sich zwar ab, aber ein Einbruch ist noch nicht zu erkennen”, sagte der Geschäftsführer der Investmentberatung Sentix, die 925 Investoren und Analysten zur wirtschaftlichen Situation befragt hat. Diese bewerteten im Oktober sowohl die Lage als auch die Aussichten etwas besser als zuletzt.

“STAU LÖST SICH AUF”

Ein wichtiger Grund für die jüngste Delle ist die gebremste Produktion in der Autoindustrie, die Schwierigkeiten mit der Umstellung auf den strengeren Abgasmesszyklus WLTP hat. In einigen Betrieben musste deshalb zeitweise die Produktion gedrosselt werden. “Bei hohem Auftragsbestand und wieder anziehenden Auftragseingängen dürfte sich der Aufschwung in der Industrie bald wieder fortsetzen, zumal sich der Stau bei der Zulassung von Pkw nach dem WLTP-Standard sukzessive auflöst”, erklärte das Ministerium.

Das sehen auch viele Ökonomen so. “Es gibt immer noch gute Gründe anzunehmen, dass die Produktion anziehen wird”, sagte die Expertin vom Analysehaus Capital Economics, Jennifer McKeown. “Zukunftsorientierte Umfrageindikatoren sind positiv, der Anstieg der Industrieaufträge im August war ermutigend.” Die Industrie zog im August wegen der starken Nachfrage aus Übersee 2,0 Prozent mehr Aufträge an Land. Zumindest für September sieht DekaBank-Experte Andreas Scheuerle aber noch kein Comeback, “sondern einen weiteren und wahrscheinlich sogar stärkeren Produktionsrückgang”.

Die Industrieproduktion schrumpfte im August um 0,1 Prozent. Die Energieversorger meldeten ein Plus von 1,3 Prozent, die Baubranche ein Minus von 1,8 Prozent.

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