May 1, 2015 / 6:39 PM / 4 years ago

Fahndung nach möglichen Komplizen von Islamisten-Paar

Cyclists arrive at the opera house in Frankfurt, Germany, May 1, 2015. Hundreds of amateur cyclists attended a race despite the cancellation of the traditional Frankfurt May Day cycle race. German police said on Thursday they had thwarted a planned Islamist attack, detaining a couple with suspected Salafist militant links, and cancelled the race after they had been seen along the route. REUTERS/Ralph Orlowski

Frankfurt (Reuters) - Nach der Festnahme zweier mutmaßlicher islamistischer Attentäter in Hessen läuft die Fahndung nach möglichen Komplizen auf Hochtouren.

Die Polizei sicherte am Freitag trotz der Absage des traditionellen Radrennens “Rund um den Finanzplatz Eschborn-Frankfurt” den Streckenverlauf mit “weitreichenden” Maßnahmen: “Wir können nicht ausschließen, dass die Verdächtigen Mittäter haben”, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamtes. Das in der Nacht zum Donnerstag festgenommenen Ehepaar schweige eisern. Auf der Suche nach Beweisen durchkämmten Beamte ein Waldstück bei Schmitten-Arnoldshain nordwestlich von Frankfurt.

Die Ermittler gehen davon aus, dass der 35 Jahre alte Deutsch-Türke und seine 34 Jahre alte türkische Frau einen Anschlag auf das Radrennen mit Tausende Besuchern geplant haben könnten. In der Wohnung der beiden in Oberursel stellten sie eine funktionierende Rohrbombe, wesentliche Teile eines Sturmgewehrs und hundert Schuss Munition sicher. Nachdem der Mann, der nach Polizeiangaben zur islamistisch-salafistischen Szene im Rhein-Main-Raum gehört, beim Ausspähen der Rennstrecke beobachtet worden sei, habe man sich zum Zugriff entschlossen.

Die “Welt” berichtete, der 35-Jährige solle Kontakte zum Islamisten-Netzwerk Al Kaida im Maghreb haben. Demnach soll er auch in Verbindung zur 2007 aufgeflogenen, so genannten Sauerlandgruppe gestanden haben. Das Blatt berichtete weiter, spanischen Sicherheitsbehörden sei der Mann bei einem Treffen mit Anführern spanischer Islamisten aufgefallen.

POLIZEIKRÄFTE DURCHKÄMMEN WALD BEI FRANKFURT

Die am Freitagnachmittag andauernde Suche in dem Waldstück ergab zunächst keine Ergebnisse. Welcher Art die Beweisstücke sein könnten, nach denen gesucht wurde, sagte der LKA-Sprecher nicht. Der Forst liegt nicht an der Rennstrecke. Eine Sprecherin des Bundeskriminalamtes erklärte, man sei mit Spezialisten vor Ort an den Ermittlungen beteiligt.

Den Verdächtigen kam die Polizei nach eigenen Angaben durch die Kassiererin eines Baumarkts auf die Spur, wo der Mann eine große Menge Wasserstoffperoxid gekauft hatte. Da mit dem Stoff Sprengstoff hergestellt werden kann, verständigte sie die Polizei. Obwohl der Verdächtige einen falschen Namen angegeben habe, gelang nach dem “Welt”-Bericht seine Identifizierung mit Hilfe der Überwachungskameras. Auch die Sauerland-Gruppe hatte den Stoff gelagert. Die Islamisten wollten damit Bombenanschläge verüben und wurden zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Mit ausschlaggebend für den Abbruch der Observierung und die Festnahme durch ein Sondereinsatzkommando waren Parallelen zum Bombenanschlag beim Bostoner Marathon 2013 in den USA. Noch am Donnerstag suchten zwei Hundertschaften der Polizei Abschnitte des Streckenverlaufs in Frankfurt nach Sprengkörpern ab, fanden aber nichts Verdächtiges.

Der Verdächtige ist polizeibekannt. Er sei 15-mal auffällig geworden, sagte Polizeipräsident Stefan Müller. Zu den ihm vorgeworfenen Delikten zählten Körperverletzung, Verstoß gegen das Waffengesetz und Bedrohung. Oberstaatsanwalt Albrecht Schreiber wirft den beiden die Vorbereitung “einer schweren staatsgefährdenden Straftat” vor. Ein Amstrichter erließ Haftbefehle. In der Wohnung waren auch zwei Kleinkinder, die dem Jugendamt übergeben wurden.

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