April 29, 2011 / 1:21 PM / 8 years ago

Drei mutmaßliche Al-Kaida-Attentäter festgenommen

Berlin (Reuters) - Das Bundeskriminalamt hat am Freitag drei mutmaßliche Mitglieder der Extremistengruppe Al-Kaida festgenommen.

Die Beschuldigten sollen am Samstag dem Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof vorgeführt werden, wie die Bundesanwaltschaft weiter mitteilte. Bei den Verdächtigen soll es sich einem Medienbericht zufolge um drei junge Marokkaner aus Nordrhein-Westfalen handeln, die offenbar Anschläge in Deutschland planten. Eine BKA-Sprecherin lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf eine Pressekonferenz von BKA-Chef Jörg Ziercke mit dem stellvertretenden Generalbundesanwalt Rainer Griesbaum am Samstagvormittag in Karlsruhe.

Das BKA kam den mutmaßlichen Al-Kaida-Mitgliedern durch die Überwachung ihrer Mobiltelefone und Computer auf die Spur, wie die “Bild”-Zeitung unter Berufung auf Sicherheitskreise berichtete. Bei den Verdächtigen seien größere Mengen Sprengstoff sichergestellt worden, darunter Azeton. Zwei der Männer seien in der Nacht auf Freitag in Düsseldorf festgenommen worden, der dritte Verdächtige in Bochum. Bei den Beschuldigten soll es sich um zwei Männer aus Düsseldorf und einen aus Bochum handeln.

Die Bundesregierung hatte im Februar die Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor einem Anschlag gelockert, die im November vom damaligen Innenminister Thomas de Maiziere verschärft worden waren. Damals warnte de Maiziere konkret vor Anschlagsplänen von Islamisten bis Ende des Monats. Die Behörden erhöhten daraufhin die Polizeipräsenz an Flughäfen, Bahnhöfen und Gebäuden mit besonderem Symbolcharakter. So wurde unter anderem die Kuppel des Reichstagsgebäudes in Berlin zeitweise für Besucher gesperrt, weil über ein Blutbad mit anschließender Geiselnahme im Bundestagsgebäude spekuliert wurde.

Auch wenn die sichtbaren Schutzmaßnahmen seit Anfang Februar zurückgenommen wurden, hatte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, erst kürzlich die Bedrohung durch Extremisten als unverändert ernst bezeichnet. Islamisten hätten das Ziel eines Anschlags erkennbar nicht aufgegeben. Nach Angaben des Verfassungsschutzes ist die Islamistenszene in Deutschland im vergangenen Jahr mit insgesamt rund 37.500 Mitgliedern erneut gewachsen. 2009 seien es noch 1000 weniger gewesen. Der größte Teil entfalle jedoch auf nicht gewaltorientierte islamistische Organisationen.

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