October 5, 2018 / 12:35 PM / 2 months ago

Chip-Anlagenbauer Exyte sagt milliardenschweren Börsengang ab

Frankfurt (Reuters) - Der Stuttgarter Spezial-Anlagenbauer Exyte legt seinen milliardenschweren Börsengang auf Eis.

Die aktuellen Marktbedingungen seien nicht ideal für eine Emission, teilte Exyte am Freitag mit. Finanzkreisen zufolge hatte der Spezialist für Reinräume beim Gang an die Frankfurter Börse einen Börsenwert von 2,5 bis drei Milliarden Euro angestrebt und wollte 25 bis 30 Prozent des Unternehmens an den Markt bringen. Aber offenbar konnte sich das Unternehmen mit seinen Preisvorstellungen nicht durchsetzen. “Wir halten an unserer Plänen fest, aber wir haben keinen Zeitdruck und werden auf die richtigen Marktbedingungen warten”, sagte Exyte-Chef Wolfgang Büchele. Das Unternehmen stehe 2018 vor einem Rekordjahr und auch für 2019 seien die Aussichten positiv.

Exyte stellt vor allem staub- und partikelfreie Reinräume für die Chip-Produktion her und profitiert nach eigener Aussage vom wachsenden Bedarf an Halbleitern etwa für Datencenter, Internet-Medien und das autonome Fahren. Mit dem Börsengang wollte der Alleinaktionär, der österreichische Milliardär Georg Stumpf, Kasse machen. Stumpf war 2009 bei der damaligen M+W Group eingestiegen, einer ehemaligen Jenoptik-Tochter. Deren Kerngeschäft - die Produktion von Chipfabriken, Datencentern und Anlagen für die Pharmaindustrie, firmiert seit August unter dem Namen Exyte. Geld für Zukäufe brauche Exyte nicht, hatte Büchele erklärt, der bis vor zwei Jahren Chef des Industriegase-Konzerns Linde war.

ANDERE FIRMEN TREIBEN BÖRSENGÄNGE VORAN

Während Exyte seinen Börsengang auf Eis legt, treiben zahlreiche Firmen ihre Pläne voran. Der Online-Möbelhändler Westwing beschleunigte wegen der hohen Nachfrage den Zeitplan und will schon am Dienstag sein Debüt an der Frankfurter Börse feiern. Die Westwing-Aktien dürften in der oberen Hälfte der Preisspanne zugeteilt werden, wie die begleitenden Banken mitteilten. Damit winkt dem Online-Möbelhändler ein Erlös von bis zu 147 Millionen Euro.

Für kommenden Freitag ist die Erstnotiz von Knorr-Bremse geplant. Mit einem Erlös von bis 4,2 Milliarden Euro könnte dies der größte Börsengang dieses Jahres in Deutschland werden, noch vor der Siemens-Medizintechnik-Tochter Healthineers. Auch die Beteiligungsgesellschaft Primepulse, der Elektroroller-Hersteller Govecs und der Kopenhagener Arzneimittel-Importeur Abacus Medicine wollen in den kommenden Wochen ihr Debüt an der Frankfurter Börse geben. Zudem macht der chinesische Haushaltsgeräte-Hersteller Haier mit seinen Plänen für ein Zweitlisting an der deutsch-chinesischen Börsenplattform Ceinex in Frankfurt ernst.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below