March 15, 2019 / 7:49 AM / 5 days ago

Regulierungsexperten für Entlastung kleinerer Banken

New 100 and 200 euro banknotes are displayed in Vienna, Austria, September 17, 2018. REUTERS/Heinz-Peter Bader

Frankfurt (Reuters) - Finanzexperten haben sich hinter Forderungen von deutschen Aufsehern gestellt, Erleichterungen für kleinere Geldhäuser bei der Bankenregulierung auf den Weg zu bringen.

In einem am Freitag veröffentlichten Gutachten für die Bundesregierung kommen die Wirtschaftsprofessoren Rainer Haselmann, Jan Pieter Krahnen und Mark Wahrenburg zu dem Schluss, dass die Umsetzung der seit der Finanzkrise deutlich verschärften Aufsichtsvorgaben besonders hohe Kosten für kleinere Geldhäuser verursachen. Gerade sie würden aber zu einem stabilen Finanzsystem beitragen. Daher gebe es gute Gründe für “eine gezielte aufsichtsrechtliche Entlastung” sehr kleiner Geldhäuser. Die Bundesbank hatte sich in der Vergangenheit wiederholt für eine Verringerung des Aufsichtsaufwands für kleinere Institute ausgesprochen.

Das Gutachten untersucht die Auswirkungen der neuen Regulierungsvorschriften, die nach der Finanzkrise vor zehn Jahren bis Anfang 2018 im deutschen Finanzsektor eingeführt worden sind. Mit ihnen sollte die Bankenbranche insgesamt wetterfester gemacht werden. Die Überprüfung der Finanzregulierung war im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

Die Experten bezifferten die jährlichen Kosten der Regulierung für den Bankensektor auf zwei bis drei Milliarden Euro. Das entspreche einem Anteil von zehn Prozent der zusammengefassten Gewinne. Der Sektor zähle zu den Branchen mit den durchschnittlich höchsten Aufwendungen in Folge von Regulierungsauflagen. Das Fazit fiel aber grundsätzlich positiv aus: “Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Reformmaßnahmen insgesamt geeignet waren, die verfolgten Ziele zu erreichen.” Eine zukünftige Finanzmarktkrise werde voraussichtlich mit deutlich geringeren Kosten für den Steuerzahler verbunden sein und weniger volkswirtschaftliche Schäden nach sich ziehen.

Verbesserungsbedarf sehen die Experten bei der Regulierung der Risiken von Staatsanleihen und beim Umgang mit faulen Krediten. Zudem müsse die Glaubwürdigkeit und Wirksamkeit der Regeln zur Abwicklung maroder Banken verbessert werden. Sie argumentieren zudem dafür, Geldhäusern stärkere Anreize zur Bildung von freiwilligen zusätzlichen Eigenkapitalpuffern zu geben. Zudem sollen aus ihrer Sicht Kosten und Nutzen der europaweiten Stresstests überprüft werden, die einen hohen Aufwand für Banken und Aufseher gleichermaßen bedeuten.

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