July 19, 2010 / 11:21 AM / 8 years ago

Nokia Siemens erkauft sich größere Präsenz auf US-Markt

The German headquarters of Nokia Siemens Networks is pictured in Munich November 4, 2009. REUTERS/Michaela Rehle

München (Reuters) - Der Netzwerkbauer Nokia Siemens Networks übernimmt große Teile des Mobilfunknetzgeschäfts der amerikanischen Motorola.

Die Gemeinschaftsfirma von Siemens und der finnischen Nokia lässt sich die ersehnte Eroberung des US-Markts 1,2 Milliarden Dollar kosten. “Es wird erwartet, dass die Transaktion die weltweite Präsenz von Nokia Siemens Networks erheblich stärken wird, vor allem in den Vereinigten Staaten und in Japan”, teilte NSN mit. Der Kauf der Sparte mit 7500 Mitarbeitern soll bis Jahresende abgeschlossen sein und habe keine Auswirkungen mehr auf das laufende Geschäftsjahr. Den Kaufpreis stemme NSN aus seinen Barmitteln und durch Finanzierungszusagen.

Gemessen am Umsatz werde NSN in den USA die Nummer drei der Netzwerkbauer, weltweit behalte das Unternehmen allerdings seine Position hinter Marktführer Ericsson bei. Durch den Kauf bekomme NSN rund 50 Mobilfunkbetreiber als neue Kunden. Motorola behält allerdings fast alle Mobilfunkpatente und das historisch gewachsene “iDEN”-Geschäft. Die moderneren Netztechniken inklusive des neuesten Standards LTE gehen zu NSN.

NSN-MÜTTER HALTEN TOCHTER FINANZIELL DEN RÜCKEN FREI

Die beiden NSN-Mütter Siemens und Nokia stützen ihre eher ungeliebte Tochter bei der Finanzierung und wandeln ein Gesellschafterdarlehen über 250 Millionen Euro in Eigenkapital um. “Weitere finanzielle Unterstützung oder Maßnahmen, die das Eigenkapital betreffen, sind seitens Siemens weder zugesagt noch beabsichtigt”, betonte der Konzern. Die Münchener wollen sich über kurz oder lang von NSN verabschieden, deren Verluste ihnen in der Vergangenheit regelmäßig die Ergebnisse verhagelt hatten.

NSN hatte bereits in der Vergangenheit erfolglos versucht, stärker den amerikanischen Markt für sich zu erschließen. Im vergangenen Jahr misslang NSN zwei Mal die Übernahme von Teilen des zusammengebrochenen kanadischen Netzwerkriesen Nortel. Bei der Auktion der Firmenteile war NSN von den Rivalen Ericsson und Ciena ausgestochen worden. Bereits nach der ersten Niederlage hatte NSN-Chef Simon Beresford-Wylie seinen Hut genommen.

Im Geschäft mit Handy-, Telefon- und Datennetzen tobt ein scharfer Verdrängungswettbewerb. Der Markt stagniert und den etablierten Anbietern des Westens machen fernöstliche Anbieter wie Huawei und ZTE schwer zu schaffen. Nokia und Siemens haben sich bei NSN vertraglich bis 2013 gebunden. Analysten räumen NSN als eigenständigem Unternehmen im globalen Preiskampf im Markt für Telefonnetze nur schlechte Chancen ein. Sie rechnen weithin mit einer noch stärkeren Konsolidierung in der Branche. Siemens-Chef Peter Löscher hat jüngst klargemacht, sich von seinem Anteil zum Vertragsende trennen zu wollen.

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