April 6, 2008 / 2:36 PM / 11 years ago

Air Berlin sieht Blawatnik als langfristigen Investor

Frankfurt (Reuters) - Air Berlin hofft mit dem möglichen Einstieg des US-Milliardärs Leonard Blawatnik auf mehr Ruhe in seiner Aktionärsstruktur.

Vorstandschef Joachim Hunold sagte dem Berliner “Tagesspiegel” in einem vorab verbreiteten Interview (Montagausgabe), bei Blawatnik handele es sich nach seinem Eindruck um “einen über jeden Zweifel erhabenen Investor, der offensichtlich Interesse an einem langfristigen Engagement hat”. Aus zwei Gesprächen mit ihm habe er einen sehr guten Eindruck gewonnen.

Blawatnik hat nach Angaben der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Interesse an dem 18,6-Prozent-Paket angemeldet, das bis vor kurzem der Beteiligungsgesellschaft Vatas gehörte. Ein Sprecher Blawatniks hatte sich dazu nicht äußern wollen. Die Aktien liegen nach Informationen aus Finanzkreisen aber als Pfand bei der NordLB. Mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen hatte Reuters gesagt, die Landesbank aus Hannover habe die Aktien als Sicherheit für fehlgeschlagene Aktiengeschäfte mit Vatas genommen. Der Weiterverkauf an den russischstämmigen Investor sei deshalb noch nicht perfekt. Die NordLB beharre darauf, dass ihr der Erlös daraus zufließt, hieß es in den Kreisen. Das Paket war am Freitag rund 90 Millionen Euro wert.

Die NordLB hatte bekanntgegeben, dass sie im Auftrag eines Kunden größere Pakete an Balda, Curanum, Euromicron sowie am US-Unternehmen RemoteMDx erworben habe, die der Kunde aber nicht mehr übernehmen wolle. Bei dem Auftraggeber handelt es sich Finanzkreisen zufolge um die von dem einst gefeierten Jungunternehmer Lars Windhorst geführte Vatas. Diese lehnt eine Stellungnahme kategorisch ab. Bei Air Berlin war Vatas erst im Januar eingestiegen. Zweitgrößter Aktionär ist die Deutsche Bank mit 13,82 Prozent, die ein strategisches Interesse stets verneint hat.

“ZIELKORRIDOR, NICHT PROGNOSE”

Hunold relativierte die vor wenigen Tagen gesenkte Gewinnerwartung für Air Berlin. Bei dem anvisierten Gewinn von 73 bis 120 Millionen Euro vor Steuern und Zinsen (Ebit) handele es sich nicht um eine förmliche Prognose, sondern um einen Zielkorridor, “wo das Ergebnis mit allen Volatilitäten landen könnte”, sagte er dem “Tagesspiegel”. Das habe auch für die vorher ausgegebene, weit höhere Spanne gegolten. Air Berlin hatte die stark gestiegenen Treibstoffpreise als Grund für die Senkung genannt. Die Zahlen waren erst in einer Analystenkonferenz genannt worden, ehe Air Berlin die Öffentlichkeit informierte.

Nach der Übernahme von Condor will Hunold die Bemühungen um weitere Zukäufe einstellen. “Ich sehe nirgendwo einen Ansatz, um mit weiteren Akquisitionen zu wachsen”, sagte er. Gegen den Kauf der Thomas-Cook-Tochter hat das Bundeskartellamt offensichtlich Bedenken, die Prüfung zieht sich schon seit Monaten hin.

0 : 0
  • narrow-browser-and-phone
  • medium-browser-and-portrait-tablet
  • landscape-tablet
  • medium-wide-browser
  • wide-browser-and-larger
  • medium-browser-and-landscape-tablet
  • medium-wide-browser-and-larger
  • above-phone
  • portrait-tablet-and-above
  • above-portrait-tablet
  • landscape-tablet-and-above
  • landscape-tablet-and-medium-wide-browser
  • portrait-tablet-and-below
  • landscape-tablet-and-below