July 25, 2008 / 3:18 PM / 10 years ago

Metro schließt 27 Real-Märkte und schreibt Adler ab

Düsseldorf (Reuters) - Der Handelsriese Metro schließt weitere 27 Real-Supermärkte und schreibt seine Bekleidungskette Adler vor dem geplanten Verkauf komplett ab.

Das kommt den Konzern teuer zu stehen: Im zweiten Quartal seien daraus rund 600 Millionen Euro Sonderbelastungen entstanden, teilte Metro am Freitag mit. An der Gewinnprognose für 2008, die Sonderfaktoren ohnehin außer Acht lässt, hält der Düsseldorfer Handelskonzern fest. Die Zahlen für das zweite Quartal will Metro am kommenden Donnerstag vorlegen.

Bis Anfang 2010 will sich Metro von 27 weiteren defizitären Real-Standorten trennen, darunter Märkte in Berlin und Bremen. Derzeit hat der Konzern noch 341 unter seinem Dach. Metro will die Filialen nach Möglichkeit an Wettbewerber abgeben. Dies sei bei den neun seit Anfang des Jahres aufgegebenen Märkten gelungen, sagte ein Sprecher. Wann genau welcher Markt aufgegeben werde, müsse noch festgelegt werden.

Die Schließung ziehe Einmalaufwendungen von 237 Millionen Euro nach sich. Die Abwertung von Adler werde zu nicht zahlungswirksamen Aufwendungen von 312 Millionen Euro und anderen Belastungen von rund 63 Millionen Euro führen. Der Verkauf der Textilkette solle forciert werden. Adler steht seit Jahren auf der Verkaufsliste. Der Handelskonzern hatte die Bekleidungskette 2004 im Zuge der Trennung von der Verwertungsgesellschaft Divaco reintegriert. Metro zahlte damals 60 Millionen Euro und übernahm zudem 280 Millionen Euro Verbindlichkeiten.

“Die Straffung des Ladennetzes ist ein wichtiger Meilenstein unseres Sanierungsprogramms bei Real in Deutschland. Die Adler Modemärkte sind kein strategischer Bestandteil unseres Portfolios”, sagte Konzernchef Eckhard Cordes. Der seit November 2007 amtierende Cordes will Metro auf Rendite trimmen. Er hatte schon vor einigen Monaten angekündigt, möglicherweise bis zu 40 weitere Real-Filialen abzugeben. Preissenkungen und eine Imagekampagne sollen die lange unter den Nachwirkungen eines Gammelfleisch-Skandals leidende Kette wieder nach vorne bringen.

Metro wolle seine Schwachstellen reduzieren und sich stärker auf das Wachstum im Ausland konzentrieren, sagte Cordes. Es bleibe bei der Prognose, wonach Metro im laufenden Geschäftsjahr seinen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) vor Sonderfaktoren um sechs bis acht Prozent steigern wolle. Die Belastungen hätten auch keine Auswirkungen auf die Dividende für 2008.

Die Metro-Aktie weitete nach der Mitteilung ihre Verluste zeitweise auf zwei Prozent aus und lag später 0,8 Prozent im Minus bei 37,93 Euro.

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