August 20, 2018 / 5:50 AM / 3 months ago

SPD-Chefin pocht auf "Spurwechsel" für abgelehnte Asylbewerber

Andrea Nahles, leader of Social Democratic Party (SPD) arrives for a coalition meeting with the CDU and the SPD parties at the Reichstag in Berlin, Germany, July 5, 2018. REUTERS/Axel Schmidt

Berlin (Reuters) - SPD-Chefin Andrea Nahles geht in der Flüchtlingspolitik auf Konfrontationskurs zur Union.

“Ich bin ausdrücklich der Meinung, dass zur Zeit die falschen Leute abgeschoben werden, nämlich gut integrierte Menschen, die in Arbeit, die in Ausbildung sind”, sagte sie am Sonntag in einem vorab verbreiteten ZDF-Interview. “Und denen sollten wir eine Chance geben.” Sie forderte die Möglichkeit zum sogenannten Spurwechsel, bei dem abgelehnte Asylbewerber eine Bleibeperspektive erhalten, wenn sie integriert sind und eine Arbeit haben. “Das werden wir durchsetzen”, kündigte Nahles an. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) stehen diesen Vorstellungen jedoch skeptisch gegenüber.

Nahles forderte Seehofer auch auf, Klarheit über die Ausgestaltung der geplanten Ankerzentren für Flüchtlinge zu schaffen. “Herr Seehofer hat jetzt in Bayern einfach das Türschild austauschen lassen und schreibt auf eine Einrichtung, die es schon gab, einfach Ankerzentrum drauf”, monierte die SPD-Chefin.

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