January 16, 2018 / 9:19 AM / in a month

Rund 186.000 Asylsuchende kamen 2017 nach Deutschland

Berlin (Reuters) - Die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland ist weiter rückläufig.

Im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Bundesinnenministeriums 186.644 Personen nach Deutschland. Das waren deutlich weniger als 2016, als rund 280.000 Geflüchtete gezählt wurden. Im Hauptjahr des Flüchtlingszustroms 2015 wurden sogar 890.000 Asylsuchende registriert. Die Zahl der offenen Verfahren ging zugleich von 433.700 zu Beginn 2017 auf gut 68.000 am Jahresende zurück. Innenminister Thomas de Maiziere bescheinigte dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) eine schnelle und gute Arbeit. Für 2018 kündigte der CDU-Politiker eine “Qualitätsoffensive” der Asylbehörde an.

Der Wert für das vergangene Jahr liegt damit auch unter der von CDU und CSU geforderten Zahl von maximal 200.000 Personen, die ihrer Ansicht nach in einem Jahr aus humanitären Gründen nach Deutschland kommen sollten. De Maiziere bezeichnete die Zahl für 2017 dennoch als “viel zu hoch”. Noch immer entschieden kriminelle Schlepper darüber, ob jemand nach Europa oder Deutschland komme. Dies sei inhuman und inakzeptabel. Europa müsse selbst entscheiden, wer einreise, dann werde sich die Zahl erheblich verringern.

Laut de Maiziere ist es keineswegs noch so, dass die meisten Migranten über die Balkanroute oder die zentrale Mittelmeerroute nach Deutschland kommen, sondern viele tauchten einfach irgendwo auf. Dies zeige, dass die Schlepper erfolgreich arbeiteten. Der Minister mahnte: “Die internationale Flüchtlingskrise ist nicht vorbei.”

Die meisten Geflüchteten stammten im vergangenen Jahr aus Syrien (47.434), dem Irak (21.043) und Afghanistan (12.346), gefolgt von Eritrea, der Türkei, dem Iran und Nigeria. Insgesamt entschied das Bundesamt über die Anträge von rund 603.000 Personen. Rund 222.000 Menschen stellten einen Asylantrag - darunter sich auch Personen, die bereits 2016 nach Deutschland kamen.

Der Stand der noch anhängigen Verfahren erreicht mit rund 68.000 inzwischen das Niveau von Mitte 2013, also noch weit vor dem großen Flüchtlingszustrom. In der Zahl enthalten sind knapp 46.000 laufende Verfahren von Personen, die in 2017 ankamen sowie gut 22.000 Altfälle von Migranten, die 2016 oder früher einreisten. “Die Rückstände sind praktisch abgebaut”, sagte de Maiziere. Das BAMF könne sich nun den Aufgaben der Zukunft zuwenden. Behördenchefin Jutta Cordt nannte vor allem die Integration als Schwerpunkt für 2018. Ihren Angaben zufolge dauerten die Verfahren bei den vergangenes Jahr eingereisten Menschen im Schnitt noch 2,3 Monate.

Wegen der anhaltenden Zuwanderung leben in Deutschland derzeit 82,8 Millionen Menschen, so viele wie noch nie seit der Wiedervereinigung.

ABSCHIEBUNGEN LEICHT ZURÜCKGEGANGEN

Die Zahl der Abschiebungen lag mit 26.000 zwangsweisen Rückführungen unter dem Vorjahr. In 2016 waren 28.000 Personen abgeschoben worden. Die Zahl sei dennoch beachtlich, sagte de Maiziere. Die Rückführungen in die Länder des Westbalkans seien erfolgreich abgeschlossen worden. Die Abschiebungen in andere Länder gestalteten sich dagegen deutlich schwieriger. Laut de Maiziere wurden 2017 auch 60 Gefährder abgeschoben. Zugleich machten mehr als 30.000 Personen vom Angebot einer freiwilligen geförderten Rückkehr Gebrauch.

Cordt widersprach unterdessen Medienberichten, wonach gut 44 Prozent aller Verfahren vor Verwaltungsgerichten gegen die Ablehnung eines Asylantrags zugunsten der Flüchtlinge endeten. Der Bund obsiege in 32 Prozent der Fälle, in 23 Prozent nicht, sagte sie. 45 Prozent aller Klagen erledigten sich auf andere Weise.

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