October 23, 2018 / 3:02 PM / in 25 days

Airbus kämpft wieder mit Verzögerungen beim A321

An employee walks in front of an Airbus A380 at the final assembly line at Airbus headquarters in Blagnac near Toulouse, France, March 21, 2018. REUTERS/Regis Duvignau

Paris (Reuters) - Auch nach dem Ende der Lieferprobleme bei Triebwerken hat der europäische Flugzeugbauer Airbus mit Verzögerungen bei der Auslieferung zu kämpfen.

Das französisch-deutsche Unternehmen räumte am Dienstag ein, die Übergabe einiger Maschinen an Kunden verschoben zu haben. Ein Grund dafür sei die aufwändige Anpassung der Kabinen beim Verkaufsschlager A321neo. Dazu kämen die Nachwirkungen der Triebwerks-Probleme, derentwegen einige A320-Flugzeuge immer noch auf ihre Auslieferung warteten. Die davon betroffenen Kunden seien informiert worden. Der Auslieferungsstau zeigte sich nach Informationen aus Branchenkreisen im Airbus-Werk in Hamburg, wo die Flugzeuge zusammengebaut werden. “Die sind verspätet, alle sind sauer auf sie”, sagte ein hochrangiger Airbus-Kunde zu Reuters. “Sie verstecken sich hinter den Triebwerksproblemen.”

Doch der Engpass bei den Flugzeugmotoren sei mittlerweile überwunden. Die Hersteller - Pratt & Whitney und die französisch-amerikanische CFM - lieferten schnell. Probleme mit den neuartigen, sparsamen Triebwerken hatte die Produktion des A320 und A321neo Anfang des Jahres monatelang lahmgelegt. Im Mai hatten die A321-Auslieferungen nach Airbus-Daten angezogen, im September ging es wieder schleppender. Ein Insider sagte, Hamburg sei nicht die Ursache der neuerlichen Verzögerungen, dort seien sie aber am stärksten spürbar. Mit der Verkabelung der Kabinen hatte Airbus bereits bei der Einführung des Großraumflugzeugs A380 vor einem Jahrzehnt zu kämpfen.

Airbus hat sich selbst unter Druck gesetzt. Das Ziel, in diesem Jahr 800 Verkehrsflugzeuge auszuliefern, bedeutet, dass im vierten Quartal jeden Monat 76 Maschinen an die jeweiligen Kunden übergeben werden müssen. Das wären zehn Prozent mehr als Airbus je geschafft hat. Produktionschef Guillaume Faury, der im April das Amt des Vorstandschefs von Tom Enders übernehmen soll, hat die Auslieferungen im laufenden Quartal zur “allerersten Priorität” erklärt.

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