March 30, 2012 / 6:38 AM / 7 years ago

Zeitung: Bayern lenkt ein im Streit um EADS-Zentrale

State premier and leader of Bavaria's Christian Social Union (CSU) Horst Seehofer makes a speech before the swearing-in ceremony of the new president in the Bundestag, German lower house of parliament, at the Reichstag in Berlin March 23, 2012. REUTERS/Fabrizio Bensch (GERMANY - Tags: POLITICS)

Berlin (Reuters) - Bayern sperrt sich offenbar nicht mehr gegen die Konzentration der EADS-Konzernzentrale im französischen Toulouse.

“Natürlich wollen wir das Headquarter in Ottobrunn und das möglichst viel von EADS in Bayern ist und bleibt”, sagte Bayerns Regierungschef Horst Seehofer dem Handelsblatt vom Freitag. Andererseits müsse der designierte EADS-Chef Tom Enders, ein Deutscher, “EADS ein Stück weit so gestalten können, wie es nötig ist, um das Unternehmen erfolgreich zu führen”, signalisierte Seehofer ein Einlenken. Derzeit sind Aufgaben der Konzernzentrale verteilt auf Toulouse und Ottobrunn bei München.

Seehofer nannte als Bedingung für einen Kompromiss, dass “EADS hier in Bayern und Ottobrunn investiert und damit zusätzliche Arbeitsplätze verbunden sind”. Das gelte vor allem für die Bereiche Forschung und Entwicklung. “Mir geht es um das Grundbekenntnis zu Bayern als wichtigem Standort”, beschrieb Seehofer seine Position.

Die Pläne von Enders, der Anfang Juni Louis Gallois an der Spitze von EADS ablösen soll, hatten zu einem Streit mit der Bundesregierung geführt. Der deutsche Regierungskoordinator für die Luft- und Raumfahrt, Peter Hintze, hatte in einem Brief geklagt, Deutschland werde gerade bei wichtigen Forschungs- und Entwicklungsprojekten von EADS und seiner Tochter Airbus benachteiligt. Hintze pochte auf eine Gleichbehandlung Deutschlands mit Frankreich, den beiden bestimmenden Kräften im EADS-Eigentümerkreis.

Inzwischen scheint dieser Streit aber entschärft worden zu sein. Die Bundesregierung befindet sich derzeit in Verhandlungen mit dem EADS-Großaktionär über den Ankauf eines Aktienanteils von 7,5 Prozent am Luft- und Raumfahrtkonzern durch die staatliche Förderbank KfW. Zudem stellt sich Deutschland offenbar darauf ein, weitere 4,5 Prozent zu übernehmen, die derzeit private Finanzunternehmen halten.

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