October 18, 2018 / 11:32 AM / a month ago

Airbus fordert angemessene Beteiligung an neuem dt-frz Kampfjet

Rafale Marine fighter jets are parked on the flight deck of France's Charles de Gaulle nuclear-powered aircraft carrier that is operating in the Mediterranean Sea October 10, 2016 as French warplanes are engaged in the fight against Islamic State. Picture taken October 10, 2016. REUTERS/Anthony Paone

Berlin (Reuters) - Der Rüstungskonzern Airbus fordert eine angemessene Beteiligung am milliardenschweren Entwicklungsprogramm für einen neuen deutsch-französischen Kampfjet und warnt andernfalls vor einem Ausstieg Deutschlands aus dem Vorhaben.

Da der französische Konzern Dassault die Führung beim Kampfjet übernehme, wäre es angemessen, wenn Airbus im Gegenzug die Leitung bei den übrigen zugehörigen Systemen wie etwa Drohnen erhalte, forderte Airbus-Rüstungschef Dirk Hoke in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview von “La Tribune”. “Wir glauben, dass es gut wäre für die Entwicklung der Projektes und seine Ausgewogenheit, wenn Airbus dort die Führung übernähme.” Der Konzern würde dabei natürlich eng mit anderen Firmen wie der französischen Thales, der deutschen Hensoldt oder MBDA und anderen Unternehmen zusammenarbeiten.

“Wir haben nicht den Anspruch, alles selbst zu machen”, betonte Hoke. Solange die beteiligten Länder eine ausgewogene Aufteilung erreichten, gebe es keinen Grund, warum es zu einer Blockade des Vorhabens kommen sollte. “Falls Paris in einem oder zwei Jahren einen rein französischen Vorschlag vorlegt für ein Projekt, dass am Ende 100 Milliarden Euro oder mehr kostet, wird Deutschland, das viel Geld in das Vorhaben investieren wird, dies nicht akzeptieren”, warnte Hoke. “Deutschland wird das Gefühl haben, dass 80 oder 90 Prozent des Projektes in Frankreich definiert worden sind. Das wird nicht akzeptabel sein.” Sollten die Länder sich dennoch für diese Aufteilung entscheiden, werde Airbus natürlich mitspielen, sagte Hoke. “Aber man muss ganz klar sagen: Es besteht ein großes Risiko, dass dies das Aus für das Vorhaben bedeutet.”

Deutschland und Frankreich hatten im vergangenen Sommer die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfjets und eines neuen Kampfpanzers angekündigt. Seither ringen die Länder hinter den Kulissen darum, wer wie viel der lukrativen Arbeitsanteile erhält. Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen erklärte im April, Führungsnation für die Entwicklung des Kampfjets solle Frankreich sein, beim Kampfpanzer dafür Deutschland. Beim Kampfjet peilen Deutschland und Frankreich allerdings nicht nur die Entwicklung eines Flugzeuges, sondern eines ganzen Waffenverbunds einschließlich Drohnen an. Auf diesen Teil des Auftrags hatte Airbus sich große Chancen ausgerechnet. Der fliegende Waffenverbund dürfte den Löwenanteil der Kosten für die gemeinsamen Rüstungsvorhaben verschlingen und gilt damit im Gegensatz zur Entwicklung des Kampfpanzers als besonderes Filetstück.

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