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Airbus - Brauchen rasch Startschuss für deutsch-französischen Kampfjet
3. November 2017 / 09:38 / in 18 Tagen

Airbus - Brauchen rasch Startschuss für deutsch-französischen Kampfjet

Berlin (Reuters) - Airbus drängt Deutschland und Frankreich, rasch in die Entwicklung eines gemeinsamen neuen Kampfflugzeuges einzusteigen.

The logo of Airbus is pictured at the company's headquarters in Colomiers near Toulouse, France, October 19, 2017. REUTERS/Regis Duvignau

“Die Zeit für eine Entscheidung ist denkbar knapp”, sagte der Chef der Airbus-Rüstungssparte, Dirk Hoke, den am Freitag veröffentlichten “Griephan-Briefen”. Deutschland ebenso wie Frankreich müssten bereits in gut 15 Jahren große Teile ihrer Flotten ersetzen, weil sie zu alt seien, um sie noch sinnvoll mit Aufrüstungen auf einem akzeptablen Stand zu halten. Dies sei ein sehr ambitionierter Zeitplan für ein multinationales Projekt. Wenn nun aber noch mehr Zeit verstreiche und womöglich Überbrückungslösungen gekauft würden, stehe die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens auf dem Spiel.

“Eine Zwischenlösung für den Ersatz alter Flotten scheint bereits wahrscheinlich”, sagte Hoke. “Wenn sich wichtige Entscheidungen verzögern, könnte ein solcher Notbehelf eine Dimension annehmen, die die Wirtschaftlichkeit des gesamten Projekts infrage stellen würde.” Der Chef von Airbus Defence & Space geht zudem nicht davon aus, dass ein einziges künftiges Kampfflugzeug alle Anforderungen eigenständig erfüllen können wird. Er erwartet stattdessen ein System der Systeme. “Unterschiedliche Plattformen, auch unbemannte, werden so miteinander vernetzbar sein, dass sie gemeinsam und skalierbar ein großes Spektrum an Missionen abdecken können”, sagte Hoke. Die europäische Industrie könne dies leisten. “Dafür ist es nun aber nötig, den angekündigten Fahrplan wie versprochen Anfang 2018 zu verabschieden und somit Klarheit zu schaffen.”

Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Emmanuel Macron hatten im Juli bekanntgegeben, dass die beiden Länder bei großen Rüstungsprojekten künftig eng kooperieren wollen. Dazu zählt die Entwicklung eines gemeinsamen Kampfjets, der langfristig den Eurofighter von Airbus beziehungsweise die französische Rafale ersetzen soll. Ein gemeinsamer Fahrplan für das neue Flugzeug, das Airbus gern bauen würde, soll bis Mitte 2018 stehen. Angedacht ist auch die gemeinsame Entwicklung eines neuen Kampfpanzers und eines neuen Artilleriegeschützes.

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