November 19, 2009 / 12:28 PM / 9 years ago

Freenet verkauft Tochter Strato an die Deutsche Telekom

Hamburg/Hannover (Reuters) - Der Mobilfunkdienstleister Freenet verkauft seinen hochprofitablen Speicherplatzanbieter Strato an die Deutsche Telekom.

Die Telekom wird durch die Übernahme zur Nummer Zwei am deutschen Webhosting-Markt hinter dem Internetunternehmen United Internet mit dessen Tochter 1&1.

Der Bonner Telekomriese zahlt für Strato und dessen Rechenzentrum 275 Millionen Euro in bar, wie die Unternehmen am Donnerstag mitteilten. Damit erlöst Freenet etwas weniger als die ursprünglich angestrebten mindestens 300 Millionen Euro. Das norddeutsche Unternehmen will mit dem Erlös seine Schulden aus der Übernahme des Rivalen Debitel weiter verringern, um wieder eine Dividende an die Anteilseigner ausschütten zu können. Der Transaktion muss noch das Bundeskartellamt zustimmen.

“Die Dividendenfähigkeit rückt mit Riesenschritten näher”, sagte Freenet-Chef Christoph Vilanek der Nachrichtenagentur Reuters. Es sei noch zu früh zu sagen, ob den Aktionären bereits für 2009 eine Dividende gezahlt werden solle. Durch den Verkauf von Strato sowie einer ausstehenden Zahlung von Freenet-Großaktionär United Internet über 100 Millionen Euro aus dem Kauf des DSL-Geschäfts sinke die Verschuldung auf unter 800 Millionen Euro. “Damit sind wir ein gesundes Unternehmen”, sagte Vilanek.

Freenet hatte einen Schuldenstand auf “gesundem Niveau” zur Voraussetzung für die Wiederaufnahme der Dividendenzahlung gemacht. Ende vergangenen Jahres hatte Freenet noch mit 1,4 Milliarden in der Kreide gestanden. Zuletzt hatten die Aktionären für 2006 eine Ausschüttung erhalten.

TELEKOM BAUT MIT STRATO-KAUF HOSTING-GESCHÄFT AUS

Die Telekom hat bislang ein überschaubares Hosting-Geschäft, das einst bei der zwischen integrierten Internettochter T-Online angesiedelt war. Mit Strato, das rund vier Millionen Internet-Domains betreut, soll dieses nun ausgebaut werden. Als Teil des Deutschlandsgeschäfts richtet sich die Sparte an Privatkunden und kleine Geschäftskunden.

Im Rennen um Strato waren Finanzkreisen zufolge zuletzt neben der Telekom auch Freenet-Großaktionär United Internet (UI) und der Finanzinvestor Bridgepoint Capital gewesen. UI-Chef Ralph Dommermuth hatte vor einigen Tagen in einem Gespräch mit Reuters jedoch gesagt, “wir werden in Deutschland keine große Prämie zahlen”. Wichtiger sei für das Unternehmen das Auslandsgeschäft. Durch einen Käufer Telekom erwartet er offenbar keine große Gefahr für das eigene Geschäft. “Wenn wir Strato nicht übernehmen, wäre uns die Deutsche Telekom als Käufer am Liebsten”, hatte Dommermuth gesagt. “Meine Lebenserfahrung sagt, dass Strato danach eher langsamer und weniger preisaggressiv agieren würde.” Branchenvertreter zufolge hätte UI als Nummer Eins am Markt wohl auch mit kartellrechtlichen Problemen zu rechnen gehabt.

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