May 8, 2010 / 2:26 PM / 9 years ago

Fresenius rechnet mit großer Zustimmung für neue Rechtsform

Frankfurt (Reuters) - Der Gesundheitskonzern Fresenius rechnet trotz Kritik von Kleinaktionären mit breiter Unterstützung für die geplante Änderung seiner Rechtsform auf der Hauptversammlung.

“Nach meinem Eindruck aus zahlreichen Gesprächen sieht die überwiegende Mehrzahl der Aktionärsvertreter und Investoren die Vorteile des Vorhabens”, sagte Konzernchef Ulf Schneider dem Magazin “Euro am Sonntag”. Es sei nicht so, dass künftig Aktionärsrechte beschränkt würden. Bei der Abstimmung auf der Hauptversammlung am kommenden Mittwoch (12. Mai) benötigt der Vorstand für das Vorhaben eine Mehrheit von 75 Prozent sowohl der Stamm- als auch der Vorzugsaktionäre.

Fresenius will sich von einer Europäischen Aktiengesellschaft (SE) in eine Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) umwandeln und Vorzugsaktien und Stammaktien zu einer einheitlichen Aktiengattung verschmelzen. Die Else-Kröner-Stiftung würde dadurch zwar ihre Stimmrechts-Mehrheit bei Fresenius verlieren, ihr Anteil würde sich von 58 Prozent auf rund 29 Prozent halbieren. Sie würde aber über eine Management-Gesellschaft, die als Komplementärin der KGaA fungiert, weiter die Kontrolle behalten und dafür sorgen, dass das Unternehmen als Ganzes erhalten bleibt.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) will voraussichtlich gegen diese Pläne stimmen. “In der neuen Rechtsform wird der Fresenius-Stiftung eine zu große Machtfülle zulasten der Mitbestimmung der Minderheitsaktionäre zuteil”, begründete DSW-Sprecher Marco Cabras in einem Vorabbericht von “Euro am Sonntag” die Kritik. Die neue Rechtsform würde es der Stifung erlauben, selbst dann das Unternehmen zu kontrollieren, wenn ihr Anteil auf zehn Prozent zurückgehe.

KEINE GROSSAKQUISITIONEN

Fresenius-Chef Schneider bekräftigte in dem Interview frühere Aussagen, dass der Konzern keine großen Übernahmen plane. “Unter großen Übernahmen verstehe ich Geschäfte größer als eine Milliarde Euro”, sagte der Manager. Chancen für kleinere Zukäufe sieht Schneider dagegen angesichts klammer Kassen von Kommunen und Landkreisen für die Kliniksparte Helios. “Die Voraussetzungen für weitere Zukäufe in diesem Jahr sind also günstig”, sagte Schneider.

Finanzchef Stephan Sturm stellte in einem Interview mit der “Börsen-Zeitung” (Samstagausgabe) heraus, dass der Konzern bei der Finanzierung von Übernahmen vor allem auf den eigenen Cashflow und auf Fremdkapital setzen will. “Bei allen Wachstumsbemühungen bleiben der selbst generierte Cashflow und Fremdkapital der Treibstoff”, sagte Sturm. Nur in absoluten Ausnahmefällen ließen sich zur Wahrung der Bonitätseinstufung “wohl dosierte Kapitalerhöhungen” vorstellen.

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